Kandern Vorträge wichtiger als Bühnenbild

Die Vorbereitungen für die Zunftabende der Kanderner Narrenzunft „Brezele Buebe“ laufen derzeit auf Hochtouren. Dreimal wird auch in diesem Jahr wieder in den Ochsensaal eingeladen. Premiere ist am Samstag, 8. Februar.

Kandern. Über den guten Ruf der Kanderner Saalfasnacht, Nachwuchsprobleme und einiges mehr sprach Alexandra Günzschel mit Oberzunftmeister Johann Albrecht.

Frage: Der Kanderner Zunftabend genießt weit über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Wir profitieren sicher davon, dass wir einige sehr gute Akteure in unseren Reihen haben. Ohne solche Leute kann man die entsprechende Qualität nicht bieten. Wenn wir bestimmte Akteure nicht hätten, müssten wir uns diese wohl schnitzen.

Dazu kommt sicherlich auch, dass wir unsere eigenen Nummern kritisch prüfen und immer versuchen, Verbesserungen zu erreichen.

Schließlich spielen natürlich auch der Probenfleiß und das Engagement eine große Rolle. Das gilt sowohl für die Tänze, für die die Formationen mehrere Monate üben müssen, „nur“ um drei Minuten auf der Bühne zu stehen, als auch für das Potpourri, für das seit zwei Monaten zweimal in der Woche Proben stattfinden. Das alles bedingt auch, dass wir gemeinsam für das Programm an einem Strang ziehen.

Ein weiterer Aspekt ist unsere Generalprobe, die wir bereits vor Publikum machen und nach der wir uns nochmals hinterfragen und gegebenenfalls letzte Änderungen vornehmen.

Frage: Gibt es eine bestimmte Zielgruppe, die Sie bei der Auswahl der Nummern im Auge haben?

Nein, wir möchten ein Programm für alle potenziellen Gäste bieten. Wir haben ein treues Stammpublikum und es kommen auch immer wieder neue Gäste hinzu.

Wichtig ist es aus meiner Sicht, dass wir auch ein jüngeres Publikum ansprechen können, das diese Form der Fasnacht annimmt.

Frage: Ein großer Pluspunkt der Kanderner Zunftabende sind sicherlich die vielen bühnenerfahrenen Darsteller, die zum Teil schon seit Jahrzehnten erfolgreich auftreten. Andererseits stellt sich da auch die Frage, wie lange einige das noch machen werden und ob der Nachwuchs gesichert ist? Können Sie die Zunftabend-Fans in dieser Hinsicht beruhigen?

Da treffen Sie tatsächlich einen wunden Punkt, uns fehlt der Nachwuchs auf der Bühne. Bemühungen, jüngere Aktive zu gewinnen, die Vorträge halten und/oder auch schreiben können, haben bisher nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt.

Ich bin sicher, es gibt diese Talente, wir haben sie nur noch nicht gefunden. Deshalb nutze ich diese Plattform gerne, um Werbung zu betreiben: Wer sich zutraut, bei uns mitzumachen, darf sich gerne bei uns melden.

Wenn wir in absehbarer Zeit nicht den notwendigen Nachwuchs generieren können, wird es uns wohl genauso wie in anderen Orten gehen, und es wird irgendwann keine Zunftabende in Kandern mehr geben.

Frage: Sicherlich tragen auch die liebevoll gestalteten Kostüme und das aufwendige Bühnenbild, etwa beim Potpourri, zum Erfolg der Zunftabende bei. Wie viel Arbeit steckt da eigentlich dahinter?

Da muss ich zugeben, dass bei anderen Zunftabenden in der Region der Aufwand gerade für die Dekoration sicherlich größer ist als bei uns. Das hat auch einen einfachen Hintergrund: In den Räumlichkeiten hinter der Bühne haben wir sehr wenig Platz, um Requisiten zu deponieren.

Somit betreiben wir zwar schon einen gewissen Aufwand, aber wir stellen insgesamt die Qualität der Vorträge in den Vordergrund. Die schönste Bühne nützt nichts, wenn der Vortrag nicht gut ist.

Frage: In der Regel wird bei den Zunftabenden auch viel mit Tanz und Gesang gearbeitet. Hat sich das so ergeben, oder steckt da ein Konzept dahinter?

Da steckt schon ein Konzept dahinter. Es bringt nichts, wenn nur Sprechnummern oder nur Gesangseinlagen sowie Tänze geboten werden. Es muss aus unserer Sicht gewährleistet sein, dass ein buntes Programm zusammengestellt wird.

Das können wir, glaube ich sagen zu dürfen, bieten. Dazu gehört auch, dass wir uns lokaler und überregionaler Themen annehmen und, wie im Prolog, kritische Töne anschlagen. Daneben spielt die reine humorvolle Unterhaltung natürlich eine große Rolle.

Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass wir, um es in der Sportsprache auszudrücken, reine Amateure sind.

Frage: Selbstverständlich wollen Sie noch nicht zu viel verraten. Aber vielleicht können Sie den Lesern doch einen kleinen Vorgeschmack auf die diesjährigen Zunftabende geben?

Da haben Sie völlig recht, im Vorfeld lassen wir uns ungern in die Karten schauen. Ich kann aber preisgeben, dass wir es wieder geschafft haben, ein rund vierstündiges Programm auf die Beine zu stellen. Wir müssen dabei leider auch auf Akteure verzichten, gehen aber davon aus, dass wir das kompensieren können und auch kleine Neuigkeiten mit drin haben.

Kein Geheimnis ist, dass bewährte Protagonisten wie unser ehemaliger Bürgermeister Bernhard Winterhalter oder der Ausscheller Klaus Schultz auftreten werden, das Herzstück des Abends, das Potpourri der Zunftmeister, zu sehen sein wird und vier Tanzformationen auf der Bühne stehen.

Der Vorverkauf für die Zunftabende der Brezele Buebe beginnt am Samstag, 25. Januar. Die Karten sind im Elektrogeschäft Bissinger in der Kanderner Hauptstraße 4 erhältlich. Der Vorverkauf startet traditionell um 6 Uhr morgens.

Die Zunftabende finden am Samstag, 8. Februar, Freitag, 14. Februar, und Samstag, 15. Februar, im Ochsensaal statt. Die Kartenpreise haben sich leicht erhöht, im vorderen Saal beträgt der Eintrittspreis 14 Euro, im hinteren Saal kostet der Eintritt zwölf Euro.

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