Kandern Weiter coronafrei und guter Dinge

Heimleiter Alexander Kreet blickte zurück. Foto: Alexandra Günzschel

Kandern - „Unser Haus ist weiter coronafrei und wir tun alles dafür, dass es so bleibt.“ Mit diesen Worten wandte sich Heimleiter Alexander Kreet in seinem Rückblick an den Stiftungsrat des Spital- und Pfründefonds, der das Kanderner Altenheim Luise-Klaiber-Haus betreibt. Dieser war zu einer öffentlichen Sitzung zusammengekommen.

Der Heimleiter freute sich vor allem darüber, dass seit Ende der dritten Pandemiewelle wieder mehr Besucher ins Luise-Klaiber-Haus kommen. Auch könnten Bewohner wieder gemeinsam essen.

Kreet bemängelte jedoch die hohen Kosten für die pandemiebedingt erforderliche Schutzausrüstung. Teilweise müsse man Preise bezahlen, die vier- bis sechsmal so hoch lägen wie vor Corona, hatte er festgestellt. Er hofft nun darauf, dass sich Teile des Pandemiebedarfs über den Rettungsschirm abrechnen lassen.

98 Prozent der Bewohner seien geimpft, gab der Heimleiter auf Nachfrage bekannt. Das treffe im Idealfall auch auf die Neuzugänge zu, andernfalls würde dies im Heim zeitnah nachgeholt.

Bei den Angestellten liegt die Impfquote allerdings nur bei 80 Prozent. Kreet verfolgt diesbezüglich die Diskussionen um eine Impfpflicht für Mitarbeiter in der Pflege. Er hält es für möglich, dass eine solche kommt.

Auch in diesem Jahr war das Pflegeheim zeitweise auf Leiharbeiter beziehungsweise Zeitarbeiter angewiesen, um personelle Engpässe zu überbrücken. Ohne sie wäre die Umstellung auf ein neues Software-System nicht geglückt, sagte Kreet.

Er zeigte sich erfreut darüber, dass er zurzeit sehr viele Initiativbewerbungen bekommt. Im Herbst sollen zwei bis drei Auszubildende neu eingestellt werden.

Der Versuch, Personal anzuwerben, gestaltet sich Kreet zufolge schwierig. Einen wirklich erfolgversprechenden Weg dafür hat der Heimleiter noch nicht gefunden. Er spricht von der Möglichkeit, Pflegekräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Es sei jedoch schwierig, für diese in der Gegend eine Wohnung zu finden. Auch befürchtet der Heimleiter sprachliche Hindernisse.

Eine Nachfrage galt der neuen generalistischen Pflegeausbildung. Kreet zeigte sich froh darüber, dass diese Ausbildung wenigstens an der Altenpflegeschule noch stattfindet, nachdem die Mathilde-Planck-Schule schon im zweiten Jahr in Folge nicht mehr ausbildet.

Abstriche bei der Tagespflege befürchtet

Bei den Verhandlungen über die Abrechnungsmodalitäten mit den gesetzlichen Krankenkassen konnte eine Verbesserung für die Heime erzielt werden. Allerdings befürchtet Kreet bei der Tagespflege bald Abstriche machen zu müssen. Das Gesundheitsministerium plant offenbar die Abschaffung doppelt gezahlter Leistungen für die Tagespflege und beispielsweise den ambulanten Pflegedienst.

„Wir können nur hoffen, dass es soweit nicht kommt“, sagte Gabriele Weber. Die Vorsitzende der Kirchlichen Sozialstation Südliches Markgräflerland mit Sitz in Kandern sah darin eine gesellschaftlich unerwünschte Maßnahme. Es sei schwer, Menschen den ganzen Tag zu Hause zu pflegen, argumentierte sie dafür, dass beides gebraucht wird.

Fritz Höferlin erkundigte sich danach, ob der geforderte Mindestlohn für ausländische Pflegekräfte, die Menschen rund um die Uhr zu Hause betreuen, Auswirkungen auf das Pflegeheim hätte. „Diese Kräfte stehen nicht in Konkurrenz zu uns“, erklärte der Heimleiter. Er sprach diesbezüglich von einem „Dunkel-Markt“, der schon einige Jahre existiere.

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