Kandern Wie wichtig sind Markenklamotten?

Alexandra Günzschel

Filmpreis: Zwölf Beiträge junger Regisseure zum Thema „Kleider machen Leute“ / Zwei erste Preise

Seit 13 Jahren wird im Rahmen der Kanderner Film- und Literaturtage für Kinder und Jugendliche auch ein Filmpreis an junge Regisseure vergeben. Die Jury staunte nicht schlecht, als zum diesjährigen Thema „Kleider machen Leute“ am Ende zwölf Kurzfilmbeiträge eingegangen waren – so viele wie noch nie.

Von Alexandra Günzschel

Kandern. Im gut gefüllten Kinosaal wurden vor der Preisverleihung zunächst alle Beiträge gezeigt. Das Publikum, in dem sich auch viele der jungen Filmemacher und Darsteller befanden, zeigte sich begeistert.

Mal wurde das Thema mit Hilfe von Legomännchen filmisch umgesetzt, dann wieder führten simple Zeichnungen zu der Erkenntnis, dass Vorurteile meistens, aber eben nicht immer kritisch zu bewerten sind. Das witzige Fazit: Wenn dich jemand unter einem Vorwand in einen fensterlosen Van locken will, solltest du deinen Vorurteilen trauen.

Wie wichtig sind Markenklamotten? Was sagt die Kleidung über den Charakter eines Menschen aus? Es waren Fragen wie diese, an denen sich die jungen Filmemacher abarbeiteten. Oft ging es dabei um Mobbing und nicht selten diente die August-Macke-Schule als Kulisse für die kritischen Kurzfilme.

Mal kleidete sich ein Schüler absichtlich ärmlich, um die Reaktionen seiner Umwelt zu testen, ein anderes Mal wurde eine neue Schülerin gemobbt, weil den Mitschülern ihr Kleidungsstil nicht passte. Doch am Ende siegte stets das Gute und die Erkenntnis, dass Kleider doch eigentlich gar nicht so wichtig sind.

Ein weiterer Kurzfilm hielt sich mit moralischen Bewertungen zurück. Gezeigt wurde eine Kleiderkammer und Frauen, die sich darin im steten Wechsel kunstvoll immer wieder neu in Szene setzten.

„Der Hammer“, fand Lehrer Andreas Wittmann im Anschluss an die Vorführung. Er freute sich insbesondere über die vielen Beiträge, die eingegangen waren. Ziel des Kinopreises sei es immer gewesen, junge Leute dazu zu bringen, filmisch zu denken, sagte er, bevor Katharina Walter, zweite Vorsitzende beim Kommunalen Kinoverein Kandern, die Preisverleihung übernahm.

Preisverleihung 2022

Aufgrund der abweichenden Altersgruppen hatte sich die Jury am Ende für zwei erste Preise entschieden.

Einer ging an Johanna Oswald (10) und Bridget Woodhouse (12), die mit ihren Legomännchen im Einheitslook Konformismus ankreideten. Hierbei überzeugte die Jury besonders die Umsetzung des Themas.

Ein weiterer erster Preis ging an die Cineasten des Meret-Oppenheim-Schulzentrums in Steinen für ihren zeichnerischen Erklärfilm zum Thema „Fast Fashion“, also die schnell wechselnde Jugendmode. Auch hier überzeugte die Umsetzung des Themas sowie der Humor der Filmemacher.

Der zweite Preis ging ebenfalls an die Cineasten des Meret-Oppenheim-Schulzentrums in Steinen für den Kurzfilm „Die Neue“. Es geht um eine neue Schülerin, die wegen ihrer Kleidung gemobbt wird. Die Jury würdigte mit diesem Preis vor allem die schauspielerische Leistung.

Und schließlich wurde noch ein Sonderpreis an den einzigen Film vergeben, der im vergangenen Jahr zum Thema „Mut“ eingegangen war. In originellen Kostümen erzählten Schüler der Karl-Rolfus-Schule in Lörrach darin Tiergeschichten.

Im Anschluss an die Preisverleihung war noch einmal die Theatergruppe von Tempus fugit mit ihrer szenischen Lesung zum Thema „Kleider machen Leute“ zu Gast.

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