Kandern Zwei Drittel bleiben erstmal Schüler

Kandern - „Au revoir“, sangen die 59 Schüler der Abschlussklassen der August-Macke-Schule beim letzten Auftritt der Entlassfeier frei nach einem Popsong. „Wir sind weg“, ließ der Schülerchor verlauten, um gleichzeitig zu hoffen, dass „mein Name“ nicht vergessen werde – man „in Erinnerung“ bleibe.

Der vierstündige Abend endete wie er begann: mit Musik. Lautstarker Applaus galt eingangs Hendrik Schwarz für sein Klavierspiel, Anlass für Rektorin Ursula Ganzke zur Ankündigung: „Wir werden heute aufs Vortrefflichste unterhalten.“

Das galt als nächstes für Tastenkünstlerin Mila Chaiyavan, aber auch für alle nachfolgenden Beiträge auf der Bühne im Foyer.

Zum zweiten Mal versammelte sich die „Festgesellschaft“ in der Schule statt in der riesigen Turnhalle, die Klassen seien kleiner geworden. Auch der Schulhof wurde mitgenutzt und bot das Bild einer fröhlichen Sommerparty. Erstmals hatten die „Hauptpersonen mit den strahlenden Mienen“ die Einrichtung als Kind betreten, um sie nun als junge Erwachsene zu verlassen, wie Bürgermeisterstellvertreter Johann Albrecht sagte. „Dazwischen liegen weit über 2000 Tage“, ergänzte die Rektorin.

Albrecht nahm sich des Begriffs „Schulalltag“ an, das „u“ etwa stehe für „unbeschwerte“ Zeiten. Die Elternbeiratsvorsitzende Carolin Geling bemerkte, jeder der Anwesenden habe ganz eigene Gründe zu Freude und Erleichterung: ob Eltern, Lehrer oder Schüler. Letzteren teilte sie mit: „Wer etwas vermeiden will, sucht Gründe – wer etwas erreichen will, sucht Wege.“ Davon, dass Träume wahr werden, wenn man den Mut habe, ihnen zu folgen, kündete Schulsprecherin Louisa Goller.

Passend dazu sprach die Rektorin einen ersten Achtungserfolg aus: die Realschülerin Tanja Vögtlin errang den Notendurchschnitt 1,0, „das hatten wir lange nicht“. Bedauert wurde mehrfach die Abwesenheit der (erkrankten) Einserschülerin.

Weiter ging Ganzke in ihrer Rede auf die vielen Aktivitäten ein, die neben dem eigentlichen Lernen die Zeit an der Schule füllten. Vorn rangierten Klassenfahrten, Projekttage und besondere Beschäftigungen wie für die „beste Schülerzeitung Deutschlands“ namens „Amacka-News“. Gewichtigen Anteil am schulischen Geschehen hatten laut Ganzke auch Eltern und Angehörige. Zwei Drittel der Verabschiedeten werden Schüler bleiben, der Rest wechsle in die Berufsausbildung.

Wie sich das „wahre Leben“ gestaltet, beispielsweise als Millionär, war Thema nach dem offiziellen Teil. Getreu dem Muster einer bekannten TV-Show durften Kandidaten glänzen oder sich blamieren. Vorher ermunterte die Rektorin, wer den Kontostand mit sechs Nullen nach der Eins erreichen wolle, „muss hart arbeiten und fest an sich glauben“ (außer, man habe geerbt).

Offen bleibe die Frage, ob Geld das wahre Glück bedeute, so Ganzke, die kundtat: Echte Freude lasse sich im Beruf finden.

Zu jenen Absolventen, die mit Selbstbewusstsein ausgestattet sind, gehörte Simon-Linus Schulz, der die Gäste eloquent begeisterte. Gleiches gelang Gianna Sternberger, deren Jazzstimme verzauberte, was ihr tosenden Beifall bescherte. Laut ging es auch beim Quiz zu. Hörbar amüsierten sich die Zuschauer, denn natürlich drückten die Lehrkräfte die Ratebank. Die nächste Vorstellung verwandelte gar Lehrer in Schildbürger, die das Licht mit Körben fangen wollten.

Ehrgeiz gesunder Art indes zeigten die Besten der vier Klassenzüge, die mit Preisen bedacht wurden, teilweise sogar mehrfach: Den Englisch-Preis der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden sicherten sich Vic Barth (10a) und Petrit Shtufi (9b). Den Mathematik-Preis der Volksbank Kandern errangen Kasim Stanicki (10a) und Jannik Bechtel (9a). Der Deutsch-Preis der Buchhandlung Berger ging an Tanja Vögtlin (10a) und Kevin Krey (9a). Den NWA-Preis der Sparkasse holten sich Tanja Vögtlin und Jannik Bechtel. Der Franz-Preis der Stadt Kandern wurde Kasim Stanicki verliehen.

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