Kleines Wiesental Auch fröhliche Zeiten im Frauenhaus

Hatice Güldü (Zweite von rechts) hat ein Bild gemalt, das sie Carolin Throm geschenkt hat. Foto: Christoph Schennen

Kleines Wiesental/Lörrach - Der „Women’s Peace Table“ Kleines Wiesental hat auf dem Weihnachtsmarkt in Schopfheim sechs bis acht Kilogramm Baklava und 120 Päckchen „interkulturelles Gebäck“ (syrische und alemannische Spezialitäten) verkauft. Der Erlös aus dieser Aktion, 680 Euro, hat der Frauenkreis gestern an den Verein „Frauen helfen Frauen“ gespendet, der Träger des Frauenhauses in Lörrach ist.

In der Lerchenstadt wurden sie von Carolin Throm empfangen, die zur Leitung des Frauenteams gehört. „Das Frauenhaus ist eine Schutzeinrichtung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind“, sagte Carolin Throm. Im Frauenhaus, dessen Adresse geheim gehalten wird, gibt es zwölf Plätze für Frauen, die eine Gewalterfahrung gemacht haben. Haben diese Frauen ein Kind, kann es dort auch untergebracht werden, sofern es nicht älter als zwölf Jahre ist und keine andere Unterkunft bei Freunden oder Verwandten gefunden werden kann. Die Frauen wohnen in einem Einzelzimmer, teilen sich aber Bad und Küche mit anderen Frauen. Zweimal in der Woche tagt eine große Runde, in der unter anderem Putz- und Telefondienste festgelegt werden. Ein Aufnahme findet - sofern ein Notfall vorliegt - auch mitten in der Nacht statt.

Vermittlung auch in andere Frauenhäuser

„Wir vermitteln die Frauen auch in andere Frauenhäuser, wenn das gewünscht ist oder wir keinen Platz anbieten können“, so Carolin Throm.

„Frauen helfen Frauen“ betreut in erster Linie Frauen aus dem Landkreis Lörrach. Wenn eine Frau aus Hamburg sich möglichst weit von ihrem Wohnort entfernen möchte, kann sie im Prinzip aber auch in Lörrach untergebracht werden, erklärt Carolin Throm. Im Lörracher Frauenhaus leben Frauen verschiedener Nationen und Konfessionen und aus allen Schichten. „Die Frau eines Arztes ist ebenso betroffen wie die Arbeitslosengeld II-Bezieherin“, stellt Carolin Throm fest. Das Lörracher Frauenhaus bezeichnet sich als „autonom“, weil es hierarchiefrei arbeitet. Männer kommen nur ins Haus, wenn deren Sachverstand notwendig ist, beispielsweise bei Reparaturen. Die Vertreterin des Frauenhilfevereins betont, dass alle Frauen sich eigenständig entscheiden müssen, ob sie - kurzfristig - ins Frauenhaus einziehen wollen. Wer nicht will, wird auch nicht aufgenommen.

Im übrigen, so Carolin Throm, sollte man die Arbeit des Frauenhauses nicht nur einseitig sehen. „Unsere Arbeit ist nicht nur schwer, es gibt auch bunte, fröhliche Zeiten im Frauenhaus.“

Women’s Peace Table March

Der „Women’s Peace Table“ Kleines Wiesental würde gerne 2020 nach Genf fahren, wo sich Vertreterinnen der Frauenorganisation aus allen Ländern versammeln, um mit UN-Vertretern zu sprechen. „Der Women’s Peace Table March, der von Indien nach Genf führt, führt auch unsere Region“, sagt Jeanette Kiefer-Cardinale, die Initiatorin der hiesigen Frauengruppe. Sie besteht aus vielen Frauen mit Migrationshintergrund, die in diesem Jahr ihre Deutsch-Kenntnisse verbessern wollen.

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