Kleines Wiesental Ausblick auf die Nach-Corona-Zeit

Einige der fasnächtlichen Zeitungsboten waren im Häs unterwegs.Foto: Ralph Lacher Foto: Markgräfler Tagblatt

Man habe gehofft, dass die Nolle-Zittig im Kleinen Wiesental auch als Corona-Ausgabe ankommt, sagen Cliquenchef Rainer Brutschin und Schriftführerin und Nolle-Zittig-Autorin Tamara Philipp-Bauer. Dass die kontaktlose und damit auch Corona-konforme Verteilung aber so einschlagen würde, wie es am Samstag der Fall war, das hat die Narren dann doch überrascht.

Von Ralph Lacher

Kleines Wiesental-Tegernau/Sallneck. 18 Zweier-Teams, einige wenige im Häs, die anderen im Nollehünd-Ausgeh-Outfit, verteilten die 600 gedruckten Exemplare der Fasnachtszeitung. Aufgrund weiterer Bestellungen haben sie noch einmal 100 Exemplare in Druck gegeben, teilt Rainer Brutschin mit.

Viele geben mehr

Doch der Reihe nach: Nachdem das Redaktionsteam mit Tamara Philipp-Bauer, Lea Rieder, Christiane Senn, Markus Fiabane und Dominik Mäder die vielen Anregungen zu Geschichten und Anekdoten aus dem Kleinen Wiesental und dem näheren Umland in Video-Schaltungen zu Papier gebracht hatte, wurde in den Tageszeitungen und im Gemeindeblatt für die Verteilung geworben (wir berichteten). Als die Trupps dann am Samstag in allen Ortsteilen der Gemeinde – mit Ausnahme von Neuenweg – sowie in Steinens Wälder-Teilort Endenburg unterwegs waren, fanden sich bei den Bestellern nicht nur in Blumenkästen, unter der Eingangs-Schmutzmatte oder am Briefkasten in Umschlägen hängend die 2,50 Euro für die Nolle-Zittig. Der Betrag war sogar oftmals aufgestockt worden. „Und einige Mitbürger haben uns einen kleinen Imbiss vor die Tür gestellt“, freute sich Tamara Philipp-Bauer mit den Ihren.

Anekdoten in Reimform

Die 25. Auflage der „Nolle-Zittig“ kam und kommt also bestens an im Tal, freut sich Rainer Brutschin darüber, dass er und seine Mitstreiter im Vorfeld nicht zu viel versprochen hatten. „Die Zeitung, die jeden aus dem Corona-Alltag entführt. Lesespaß für groß und klein. Geschichten und Missgeschicke aus dem Kleinen Wiesental, gereimt in unzähligen Videokonferenzen“, so hatte der Ober-Nollehund für das 30-seitige Magazin geworben. Das hat nicht nur Pleiten, Pech und Pannen von Mitbürgern in alemannischen Reimen zum Inhalt, sondern auch einen Rück- und Ausblick. So steht im Vorwort: „Mir hoffe, mir chönne Euch erfreue, dass Euch des Geld für d’Zittig nit duet reue. Un eins verspreche mir ganz groß, hän mir Corona endlich los, dann fange mir gli a mit dichte, reeimli, Vers un Fasnachtsgschichte. Un bringe Euch S’Johr druff ganz schnell e Nollezittig XXL“, heißt es.

Nachdenkliche Töne

Wie die Nollehund-Leute weiter sagen, habe man in diesem Jahr wegen der Corona-Einschränkungen gerade in der regionalen und lokalen Geschäftswelt auf die ansonsten üblichen Anzeigen im Magazin verzichtet. Das sei in wirtschaftlicher Hinsicht für die Clique zwar ein Defizit. Doch in Reimform und unter dem Emblem „Support your Locals“ steht durchaus Nachdenkliches zu lesen: „Mir hän nit welle Werbig mache, für die wo no Geld hän für so Sache. Sondern für alli, wo isch in dere schwere Zitt, de Bankrott gar nümmi witt: Friseursalon und Fitnesscenter, Schlosser oder au Klempner. De Bluemelade dört ums Eck, pass uff, sundschd sin die uff eimol weg. Helfet dene in Not, dass es allene ball bessergoht. Das unsri Heimet schön und witt, blibt wie si isch für alli Zitt. Un isch vorbei die Coronaqual, blibet im schöne Chleine Wiesedal. Mir finde, es isch Werbig gnueg, wenn jede uff de Mitmensch luegt.“

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