Kleines Wiesental Bärlauch ist beliebte Bienennahrung

Vorsitzender Willi Friedlin bedankte sich bei Horst Rosewich (rechts). Foto: Gudrun Gehr Foto: Markgräfler Tagblatt

Dass die Beschäftigung mit der naturnahen Imkerei viel Zuspruch findet und viel Potenzial für die Zukunft hat, bewies wieder einmal der jüngste Stammtisch der Kleinwiesentäler Imker im Gasthaus „Hirschen“ in Sall-neck.

Von Gudrun Gehr

Kleines Wiesental. Das Nebenzimmer füllte sich auch mit befreundeten Imkerkollegen der Imkervereine aus Grenzach-Wyhlen, Zell, Schopfheim, dem Markgräflerland und dem Kandertal. Auch interessierte Nicht-Mitglieder fanden den Weg. Immer mehr Menschen schätzen es, die Herkunft des Honigs kennenzulernen, der quasi im Nektar der Pflanzen vor der Haustüre steckt.

Vorsitzender Willi Friedlin begrüßte die etwa 60 Besucher des Stammtischs, die gebannt dem interessanten Lichtbildvortrag des Referenten Horst Rosewich aus Meisenheim bei Lahr folgten. Der ehemalige Polizeibeamte und Lehrer an der Polizeiakademie hat ebenfalls Ethnologie studiert und sich mit seiner nachfolgenden Berufsausbildung zum Imkermeister einen Kindheitstraum erfüllt. Er ist Besitzer von über 100 Bienenvölkern, die er im Rheintal betreut.

Sein Referat hatte die drei großen „V“ als Grundlagen einer erfolgreichen Imkerei zum Thema. Eines der „V“, die Völkerführung, beinhaltete das Thema Bienennahrung. Rosewich berichtete, dass im Rheintal Bärlauch als Bienennahrung zunehmend beliebter wird – und im Endprodukt Honig überhaupt nicht nach Knoblauch riecht. Auch die Kirsche und die Akazie wird als Nektar gefragter. Die Edelkastanie „honigt“ hervorragend, ist ein guter Pollenspender und schmeckt als Hors d’oeuvre zusammen mit Ziegenkäse hervorragend. Die Honigernte aus Fichten und Tannen verlief allerdings dieses Jahr aufgrund des kalten und nassen Frühjahrs extrem schlecht.

Das zweite „V“ beinhaltete die Vermarktung des Honigs, wobei sich Vertriebswege wie Hofläden, Hof- oder Wochenmärkte für den regional erzeugten Honig bewährt hätten.

Den weitaus größten Teil des Referats nahm das dritte „V“, die Bekämpfung der Varroa-Milbe ein, ein Parasit, der den Bienen oft den Garaus macht. Seit Jahrzehnten wird der Schädling ohne durchschlagenden Erfolg bekämpft. Die Milben schwächen die Bienen, ein Befall kann anhand des unruhigen Brutbildes und durch „Krüppelbienen“ erkannt werden.

Rosewich berichtete von zahlreichen Bekämpfungsarten. Darunter befinden sich biotechnische oder auch chemische Gegenmittel wie die häufig verwendeten Ameisen-, Milch- und Oxalsäuren. Rosewich warnte vor unsachgemäßem Verabreichen: „Ameisensäure ist in der Anwendung sehr umstritten, sie wirkt bei den Bienen wie eine Chemobehandlung beim Menschen.“

Ein Hobby-Imker wusste etwas Positives vom Klimawandel zu berichten. Er hat in der Sommerhitze ein gutes Ergebnis bei der Bekämpfung der Varroa-Milbe verzeichnet. Den Milben sei es bei der trockener Hitze ab 39 Grad Celsius zu heiß und die Population bleibt aus. Allerdings leiden auch die Bienen bei diesen Temperaturen.

Auch Schulungsleiter Christian Brendlin aus Demberg konnte Neues berichten. Seit kurzem ist er einer der etwa 30 Referenten des Landesverbands der Badischen Imker und für die Aus- und Fortbildung zuständig. Für Imker, deren Bienen in badischen Rapsanbaugebieten Nektar aufnehmen, wusste Brendlin von Schadstoffen unterhalb der Richtwerte zu berichten.

Allerdings hätten sich in Baden-Württemberg diese Anbaugebiete aufgrund strengerer Pflanzenschutzmittel-Verordnungen von 70 000 auf 39 000 Hektar reduziert. Auch die hoch ansteckende Bienenkrankheit „Faulbrut“ verbreite sich zunehmend.

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