Kleines Wiesental Beglückende Begegnungen

Kleines Wiesental (ov/hau). Es ist wieder Festivalzeit im Kleinen Wiesental: Von Mittwoch, 21., bis Samstag, 24. Juli, findet zum 22. Mal das Internationale Festival für Zeitgenössischen Tanz statt, in diesem Jahr im Weideschuppen Wies. „Wir sind sehr froh, in diesem Jahr herausragende Künstler präsentieren zu können, die das Publikum teilweise von den Festivals der letzten Jahre her kennen“, sagt Organisatorin Pilar Buira Ferre vom Kulturraum Rosenhof.

Dazu gehört Thomas Noone aus Barcelona, der mit seiner Compagnia anreist und die berührende Geschichte von dem Hund „Molsa“ mit Menschen und lebensgroßen Puppen auf die Bühne bringt. Das Stück basiert auf einer Erzählung des katalanischen Autors David Cirici, die auf Deutsch unter dem Titel „So riecht Glück“ erschienen ist.

Auch die Compagnie Linga ist den Festivalbesuchern noch vom letzten Jahr sehr gut in Erinnerung. Das Tanzensemble aus der Schweiz zeigt „Flow“, ein Stück, das vom Schwarmverhalten von Tieren inspiriert ist. Man denke nur an die wechselhaften Formationen großer Starenschwärme, die bezaubernde Formen an den Himmel malen, oder an die Fortbewegungsmuster von Fischschwärmen. Können Menschen eine solch fließende Synchronizität erreichen?

Am dritten Festivalabend ist Martin Grandperret mit seinem Team zu Gast. 2019 stieß sein Solostück bei Tanz-Kunst Dialog auf viel positive Resonanz. In diesem Jahr kommt er mit seiner Frau, die auch Tänzerin ist, und einem Saxofonisten aus Paris angereist und zeigt ein intensives Pas de deux, in dem es um die Transformation des Körpers geht, die sich zwangsläufig während eines Lebens einstellt. „Les autres Soi“ heißt seine Choreografie, bei der ein Saxofon-Solist eindrückliche emotionale Akzente setzt. Dem Stück vorausgehend werden vier Kurzfilme von und mit Frank Fannar Pedersen und Javier Rodríguez Cobos gezeigt, ein Lockdown-Projekt der beiden Tänzer, die Mitglieder im Ballettensemble Theater Basel sind.

Der Abschlussabend zeigt „Vier kurze Choreografien“. Vier verschiedene Interpreten zeigen ihre Stücke.

In „Citoyen“ mit vis à vie und In-Zeit-Sprung geht es darum, dass so vieles unsichtbar geworden ist und doch gelebt werden will – es sucht sich seinen Weg. Begegnungen finden statt, manche sind beglückend, andere verwirrend. Vieles ist neu und irritierend, doch niemand will mehr zurück in die Einsamkeit. Allmählich stellen sich die Menschen aufeinander ein, finden Wege der Kooperation, einen vereinenden Rhythmus, Enthusiasmus, Freude, Kraft und Emotion. Ein gemeinsames Gestalten ist möglich, und jeder tut es auf seine Weise. Die Harmonie der Freiheit.

„Of dreams to come“ mit Michael Bronczkowski ist inspiriert von Nyepi, dem balinesischen „Tag der Stille“, der um 6 Uhr morgens beginnt und 24 Stunden dauert. An Nyepi ruhen alle Aktivitäten auf Bali, um den Menschen und vor allem der Natur Reinigung, Erholung und Besinnung zu erlauben. Es ist eine Einladung, in sich hineinzuhören und sich der Verbindung von Mensch, Natur und dem großen Ganzen bewusst zu werden.

„Unda“ mit Linda Pilar Brodhag und Lola Villegas Fragoso ist inspiriert von „Des Menschen Seele gleicht dem Wasser ...“ von Goethe. Bedrohlich und wunderschön zugleich beschreibt „Unda“ eine Welt zwischen den Extremen: zwei Körper, das Paar als soziale Beziehung, das Auf und Ab der Wellen in Bewegung. Im Dazwischen suchen die Tänzerinnen nach einem Miteinander. Komplett verschieden und doch gemeinsam, auf einer Welle sich bewegend, finden sie immer einen gemeinsamen Atem.

Ergänzt wird der Abend durch das Stück „Takk“ von Frank F. Pedersen mit der Basel Dance Company.   Tickets gibt es online: www.kulturraumrosenhof.de; sie können auch bestellt werden, Tel. 07629/ 919 079 zwischen 8 und 10 Uhr; es gibt auch ein Festivalabo (65 Euro).

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