Kleines Wiesental Den ländlichen Raum entdecken

Kultur, Kulinarik und Natur auf der Sonnenterrasse des Kleinen Wiesentals: Das verspricht der eintägige Kultur-Parcours „Offene Höfe“ am Sonntag, 26. September in Schwand, Ried und Hohen­egg.

Von Jürgen Scharf

Kleines Wiesental. Es gilt die „neue Dynamik des Kleines Wiesentals zu entdecken“. Auf diesen Generalnenner brachte es die Rosenhof-Leiterin Pilar Buira Ferre bei der Vorstellung des Tagesprogramms mit Theater, Lyrik, Musik, Tanz und Ausstellungen.

Auf der Veranda im Schwander Kulturraum trafen sich am Mittwoch die Macher des Kultur-Parcours „Offene Höfe“, vergleichbar offenen Ateliers plus Veranstaltungen wie Konzerten und Performances. An diesem Tag in der Natur des Kleinen Wiesentals treffen sich alle Kultur-Genres. Das war die Absicht der Initiatoren, einer Kooperation des Kulturraums Rosenhof, der AG Kulturhaus Ried, unter der Schirmherrschaft der Gemeindeverwaltung und unterstützt von der örtlichen Gastronomie.

Die Idee hinter dieser Entdeckungstour definiert Pilar Buira Ferre als das „Kennenlernen eines neuen Ortes“. Leute aus den Städten sollen den ländlichen Raum entdecken und den vielen Künstlern, die in den kleinen Ortschaften auf der Hochebene des Wiesentals leben, näherkommen: „Das Plateau soll mit dem Rheintal verbunden werden“.

Deshalb haben die Veranstalter auch ein „Gesamtpaket“ geschnürt, das sechs Veranstaltungen an sechs Standorten umfasst. Die Verbindung von Kultur, Kulinarischem und Natur sei eine Stärke dieser Region und auch ein „Herzensanliegen der Wirte“, betont der in Hohenegg lebende Lyriker Markus Manfred Jung, der mit seiner Frau, der Künstlerin Bettina Bohn, mitmacht.

Diese Gegend habe nicht nur pittoreske Natur zum Anschauen, sondern auch ein interessantes Kunstschaffen, so Jung. Und die Gastronomie gehöre mit zur Kultur, weshalb man die Gasthäuser einbinden wollte. Die Gastronomie sei sehr aufgeschlossen gegenüber dieser Idee gewesen, bestätigt Sonja Eiche, Vorsitzende des Vereins Brauchtum im Kleinen Wiesental-Raich. Auch den Wirten sei die Kombination von Kultur und Kulinarik ein Anliegen.

Bettina Bohn, Malerin und Objektkünstlerin, findet es wichtig, dass die ansässigen Künstler sich nicht nur individuell, sondern als Gemeinschaft präsentieren. „Unsere Idee war, dass wir schauen, was wir hier oben auf dem Plateau, dem Bergrücken, bieten können“. Bohn gestaltet auf ihrem Anwesen in Hohenegg zusammen mit dem Keramiker Frank Hedtke, der mit Monika Albrecht gemeinsam Gefäße und Objekte herstellt, eine Outdoor-Ausstellung unter dem Titel „Wald, Erde, Kunst“.

„Mein Traum war immer“, so Bohn, „eine Ausstellung im Wald zu machen“. Und das macht sie jetzt mit ihren Natur-, Wald- und Menschenbildern („vom Titel her passenden ’erdigen Sachen’“) und Objekten aus Naturmaterialien vor und im Wald. Es gibt aber auch eine Schlechtwetter-Variante im Schopf. Eine zweite Ausstellung bestückt das Ehepaar Christa und Reinhard Roser mit Malerei und Naturfotografie im Kulturhaus Ried.

Der Rundweg beginnt um 11.30 Uhr mit Lyrik und Musik im Rosenhof. Die Mundartautoren Markus Manfred Jung und Nicole Keilbach-Schmittel lesen neue Texte. Ben Meech und Kilya Vogel-Buira bringen Songs. Das Besondere an dieser Matinee: Die englischsprachigen Songtexte werden ins Alemannische übersetzt und alemannische Liedtexte ins Englische.

Der Tanz mit Melissa Kieffer, die in Schwand aufgewachsen ist, jetzt in Berlin lebt und in der Tanzszene einen Namen hat, soll an ungewöhnlichem Ort - in einer Scheune - in Schwand aufgeführt werden. Die Solo-Choreografie dreht sich um das Leben der legendären schwedischen Malerin Hilma af Klint.

Ebenfalls ein Solo ist das Ein-Mann-Theaterstück „Der Steppenwolf“ mit Elias Füchsle vom Lörracher Theater Tempus Fugit im Schuppen des Rieder Gasthauses „Adler“. Abgeschlossen wird der Kultur-Parcours mit einem Konzert in der Kapelle Ried. Das Trio Violacea, ein Barockensemble um die in Schwand wohnenden Geiger Michele Party und Johannes Frisch, greift das Thema Reisen auf und führt musikalisch durch Epochen und Länder.

Zwischendurch sollen die Besucher, deren Zahl auf 50 begrenzt ist, genügend Zeit haben zum Essen und in der Natur zu verweilen. „Vespersäckle“ mit Speck oder vegetarisch werden von der Schwander „Sennhütte“ zum Rosenhof gebracht. Im „Adler“ in Ried kann man zu Kaffee und Kuchen und zum Abendessen einkehren - und im Anschluss direkt zum Konzert gehen.

Anmeldungen bis 19. September unter markusmanfredjung@gmx.de. Es sind noch Plätze frei. Kein Shuttle-Verkehr, Parkplätze sind ausgeschildert. 3G-Regelung, Testmöglichkeit um 11 Uhr im Kulturhaus Ried

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