Kleines Wiesental Der Bevölkerung die Ängste nehmen

Bettina Vollmer und Jakob Lenz (Mitte) vom Forum Energiedialog sind ebenso wie Bürgermeister Gerd Schönbett von den positiven Effekten des Moderationsprozesses beim umstrittenen Projekt Windpark Zeller Blauen überzeugt. Foto: Peter Schwendele Foto: Markgräfler Tagblatt

Die Bemühungen, die Wogen beim Thema Windenergie im Kleinen Wiesental zu glätten, gehen weiter. Unter Federführung des Forums Energiedialog will der Gemeinderat noch in diesem Jahr eine Stellungnahme veröffentlichen, die zur weiteren Versachlichung der Thematik beitragen soll. Für Anfang des nächsten Jahres ist dann eine Exkursion zur Prechtaler Schanze geplant.

Von Peter Schwendele

Kleines Wiesental. Am Mittwochabend zog der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung eine positive Bilanz des bisherigen Forums Energiedialog (ein kostenloses Angebot des Landes). Zentral war dabei eine Veranstaltung für Bürger zum Windpark Zeller Blauen Mitte Oktober in der Wiesleter Halle; es habe sich dabei um eine sehr sachliche Veranstaltung gehandelt, so der Tenor im Ratsrund.

Dies berichteten am Donnerstag Jakob Lenz vom Forum Energiedialog und Bürgermeister Gerd Schönbett im Rahmen eines Pressegesprächs. Ziel sei es nun, „das Momentum des Dialogs aufrechtzuerhalten und am Ball zu bleiben“, sagte Lenz. Gleichzeitig betonte er, dass es dem Forum Energiedialog nicht in erster Linie darum gehe, die deutlichen Befürworter beziehungsweise Gegner des Projekts zu erreichen, sondern vielmehr denjenigen Bürgern, die dazwischenstehen und noch unentschlossen in ihrer Meinungsbildung sind, eine Anlaufstelle und eine Plattform zu bieten.

Gemeinderat will den Faden aufnehmen

Der Gemeinderat habe sich jedenfalls dafür ausgesprochen, den Faden der besagten Veranstaltung aufzunehmen, so Lenz und Schönbett. Geschehen soll dies zunächst in Form eines an die Bevölkerung gerichteten Schreibens im Amtsblatt der Gemeinde. In diesem sollen offene Fragen zum weiteren Fortgang des Projekts Windpark Zeller Blauen erörtert werden. Zwar seien nicht alle zehn Gemeinderäte auf einer Linie, räumte Lenz ein, doch könnten in besagtem Schreiben durchaus auch strittige Punkte auf verschiedene Weise Raum erhalten. „Auch wenn am Schluss nicht alle Gemeinderäte das Schreiben unterzeichnen, finde ich wichtig, dass wir das machen“, ergänzte Bürgermeister Schönbett.

Zur weiteren Versachlichung der Thematik soll dann Anfang 2020 eine Exkursion angeboten werden. Ziel: Die Prechtaler Schanze bei Schorndorf, wo eine dem Kleinen Wiesental vergleichbare Topographie zu finden ist. Dort sollen häufig strittige Punkte im Zusammenhang mit Windenergieanlagen wie Schall oder Infraschall beleuchtet werden. Man werde sowohl mit Fachleuten als auch mit Anwohnern ins Gespräch kommen, kündigt Jakob Lenz an, „wobei Letztere auf ganz unterschiedliche Art mit der Situation umgehen“.

Das Exkursionsangebot sei sinnvoll, um den Menschen ihre Ängste vor den Windrädern und ihren möglichen Auswirkungen zu nehmen. Ängste, die in den Augen von Jakob Lenz ihre Berechtigung haben und die man ernst nehmen sollte.

Grundsätzlich hält der Vertreter des Forums Energiedialog die Situation im Kleinen Wiesental für sehr angespannt. Bei der Windkraftdiskussion handle es sich um einen „eskalierten Konflikt, der das Tal polarisiert hat, wobei wir eher im oberen Drittel liegen, was die Eskalation angeht“. Das Forum unterscheide bei seiner Tätigkeit fünf Eskalationsstufen, und im Kleinen Wiesental befindet man sich nach Lenz` Einschätzung auf Stufe Vier.

„Unsere Aufgabe ist die Versachlichung“

Erschwerend komme bei diesem Fall dazu, dass die Grundsatzentscheidung bereits gefallen sei und die Gemeinde nur noch daran arbeiten könne, die Wirkungen des Konflikts zu begrenzen. „Unsere Aufgabe ist die Versachlichung“, so Lenz, „wir werden nicht daran gemessen, ob Windräder gebaut werden, sondern ob die Bevölkerung befriedet wird.“

Die Entscheidung, ob der Windpark kommt, liegt beim Landratsamt Lörrach. Während der Prüfung des Antrags wird das Forum Energiedialog nicht tätig werden, denn man wolle auf diesen Vorgang keinen Einfluss nehmen, erklärte Jakob Lenz. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, könnten die Aktivitäten des Forums Energiedialog allerdings durchaus weitergeführt werden.

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