Kleines Wiesental „Der Umbau ist eine gelungene Sache“

Kleines Wiesental-Bürchau (ger). Bürgermeister Gerd Schönbett freute sich beim „Tag der offenen Tür“ beim Hochbehälter Bürchau über dessen grundlegende Sanierung, mit der der Behälter auf den neuesten Stand der Trinkwasseraufbereitung gebracht wurde: „Der Umbau ist eine gelungene Sache.“

Die Veranstaltung war bei prächtigem Sommerwetter gut besucht, die Bewirtung erfolgte durch den Gesangverein und den Ortschaftsrat Bürchau. Die Umbau- und Erweiterungsarbeiten starteten vor gut 18 Monaten. Zuvor wurde Bürchau aus den beiden Quellen des Tresselbachs ohne Aufbereitungsanlage oder Desinfektionsstufe versorgt. Die damalige Wasserqualität erreichte einen korrosiven Säurewert und konnte nunmehr durch Neutralisierung und Anreicherung mit Kalziumgranulaten auch in hygienischer Sicht verbessert werden. Der derzeitige PH-Wert beträgt 8,6 PH und schont somit Wasserleitungen, Waschmaschinen und Geschirrspüler. Künftig wird Bürchau qualitativ einwandfreies Trinkwasser erhalten, bislang konnten die Grenzwerte nicht immer eingehalten werden.

Vor der technischen Umrüstung hatte die Wasserversorgung zudem den Nachteil, dass mehrere Haushalte in Oberbürchau bei Wasserknappheit - wie im vergangenen Jahr - zu wenig Druck auf ihren Wasserleitungen hatten. Die neue Wasseraufbereitungsanlage gleicht diesen Nachteil durch eine Druckpumpe für die Hochzone aus.

Digitale Kontrolle

Wassermeister Günter Zimmermann hat den Umbau des Hochbehälters von Anfang an begleitet und erklärt: „Jede Anlage ist anders, wir müssen uns hier zuerst einarbeiten.“ Die Kontrolle des neuen Systems erfolgt digital und hat Warnfunktionen, die per Funk an den Bereitschaftsdienst der Gemeinde übermittelt werden. Historiendaten sind abrufbar, ein Notaggregat wird mit Batterien gespeist. Die Enthärtungsanlage wird regelmäßig kontrolliert. Im Untergeschoss des Hochbehälters sind die Systeme eines Grobfilters, die Entsäuerungsanlage, die UV-Anlage, der Reinwasserbehälter und die Druckerhöhungs-Pumpe für die Hoch- oder Niederzone untergebracht. Schweb- und Schmutzstoffe werden herausgefiltert und fachgerecht entsorgt. Die Wasserkammer wurde dem neuesten Stand der Technik angepasst.

Für Notfälle wurde 2018 noch eine Verbindungsleitung aus der Jungholzquelle geschaffen, die täglich bis zu 80 Kubikmetern Wasser liefern kann.

Bürgermeister Gerd Schönbett berichtete beim „Tag der offenen Tür“ von Gesamtkosten in Höhe von 750 000 Euro, die Zuschüsse belaufen sich auf 584 000 Euro. Die Finanzierung des Eigenanteils war ursprünglich durch einen Sonderhieb im gemeindeeigenen Wald vorgesehen, allerdings kam der Borkenkäfer der Entwicklung zuvor. Daher musste über einen Kredit umdisponiert werden. Als letzte Gemeinde im Kleinen Wiesental bezieht nur noch Neuenweg kein aufbereitetes Wasser, der Umbau des Hochbehälters in Hinterheubronn ist im Gange.

Kein Fremdduschen

Klaus Schwald, Bewohner aus Oberbürchau, bedankte sich bei der Gemeindeverwaltung für das neue Wassersystem. Schwald meinte: „Letztes Jahr war bei der Trockenheit so wenig Druck auf unserer Leitung, dass ich zum Duschen auswärts gehen musste.“

Bürgermeister Gerd Schönbett bedankte sich bei Wassermeister Günter Zimmermann und seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz. Sein Dank galt ebenfalls dem ehemaligen Ortsvorsteher Fritz Meier, der sich immer für die Verbesserung der Wasserversorgung der Bürchauer eingesetzt hat.

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