Kleines Wiesental Die Sehnsucht, wieder loszulegen

Vom Bayerischen Frühschoppen bis hin zum Konzert unter dem Motto „Blasmusik meets Rock“ haben die Pläne des Musikvereins (MV) Wieslet für das Jahr 2020 gereicht. Infolge der Corona-Pandemie aber stand dann das Vereinsleben auch im Kleinen Wiesental still. Für die Verantwortlichen aber kein Grund zu Verzagen.

Von Adrian Steineck

Kleines Wiesental. Fritz Schleith, Vorsitzender des MV Wieslet, zieht im Gespräch mit unserer Zeitung eine knappe Bilanz des vergangenen Jahres: „Leider haben die Auswirkungen des Coronavirus auch den Musikverein Wieslet voll erfasst.“ Zugleich seien die Mitglieder bisher aber glimpflich davongekommen. „Glücklicherweise sind uns bisher keine direkt betroffenen Personen bekannt, und somit sind alle froh, dass wir bis jetzt gesund durch diese Krise gekommen sind“, zieht Schleith ein positives Fazit.

Vereinsleben fehlt allen

Psychologisch aber hat der zeitweise vollständige Wegfall des Vereinslebens gleichwohl Folgen. „Nachdem sich anfangs doch der eine oder andere über weniger Verpflichtungen gefreut hat, überwiegt mittlerweile die Sehnsucht, dass es endlich wieder losgehen kann“, fasst Schleith die Rückmeldungen aus dem Verein zusammen. „Die Proben am Mittwochabend und das dazugehörende Schwätzchen in der Pause oder im Anschluss ein gemütliches Zusammensein im einem der örtlichen Gasthäuser fehlt doch den Meisten sehr.“

In den Sommermonaten konnte immerhin unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln gemeinsam geprobt werden. Derzeit aber sei es unmöglich, sich zu treffen, auch nicht im kleinen Kreise der Vorstandschaft oder eines Registers. „Das ist doch für alle sehr frustrierend“, legt der Vorsitzende dar.

Jugendarbeit ist schwierig

Auch das Gewinnen neuer Mitglieder für den im Jahr 1879 gegründeten Musikverein ist derzeit mangels öffentlicher Anlässe und Proben zusätzlich erschwert. „Natürlich sehen wir momentan überhaupt keine Möglichkeit, neue Mitglieder zu gewinnen, weder im passiven noch im aktiven Bereich“, sagt Schleith. In der Vergangenheit habe der MV Wieslet immer wieder eine umfangreiche Zöglings-Werbung etwa in den Schulen betrieben, aber in Zeiten des Lockdowns sei auch das unmöglich.

Neue Passivmitglieder bekommt man in der Regel auch nur bei Auftritten oder Konzerten, schildert Schleith seine Erfahrungen. „Beides gibt es zur Zeit ebenfalls nicht.“

Dank an treue Mitglieder

Umso mehr sei man den treuen Mitgliedern dankbar, dass sie den MV Wieslet auch in dieser schweren Zeit unterstützen. „Ohne ihre finanzielle Hilfe würde der Verein kaum überleben können“, sagt Schleith mit Blick darauf, dass der Wegfall von Festen und Konzerten auch Auswirkungen auf die Vereinskasse hat.

Pläne für 2021

Entmutigen lassen aber wollen sich die Mitglieder und die Vorstandsriege des MV Wieslet durch die derzeitige Situation nicht. So gibt es für das Jahr 2021 bereits zahlreiche Pläne. Den Auftakt soll am Sonntag, 28. März, der erste Bayrische Frühschoppen machen, der eigentlich bereits im vergangenen Jahr hatte stattfinden sollen. Für Samstag, 1. Mai, ist das traditionelle Maiwecken in den Ortsteilen Wieslet, Eichholz und Enkenstein geplant. Im Sommer soll das Güggelifest über die Bühne gehen (Samstag, 26., und Sonntag, 27. Juni). Eine Neuauflage des Konzerts „Blasmusik Meets Rock“ soll es am 10. oder 17. September geben. Das Jahreskonzert, das für Samstag, 27. November, vorgesehen ist, soll den Abschluss des Vereinsjahres bilden. Auch einige Gast-Auftritte bei anderen Vereinen oder an Jubiläen stehen auf dem Programm.

Was davon letztendlich tatsächlich stattfinden kann, sei momentan leider nicht abzusehen, sagt Schleith. Alle Pläne stehen unter dem Vorbehalt der Corona-Lage. Aber verzagen ist für den MV Wieslet keine Option. „Sehr gerne würden wir schon bald wieder zusammen musizieren und unseren Mitgliedern, Gönnern und Freunden der Blasmusik mit unserer Musik ein wenig Freude bereiten.“

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