Kleines Wiesental Ein Leben für die Heimat – und beste Gastronomie

Gastwirt mit Leib und Seele: „Sennhütten“-Seniorchef Rolf ­Grether                                                                                                              Foto: Ralph Lacher

Kleines Wiesental-Tegernau - Das Kleine Wiesental, der Familienbetrieb „Sennhütte“ in Schwand, waren sein Lebensinhalt, die Arbeit für die geliebte Heimatregion und den Betrieb beschäftigte ihn bis ins hohe Alter. Nach schwieriger Zeit mit der coronabedingten Schließung der „Sennhütte“ war Rolf Grether mit der Familie zuversichtlich und engagiert gestartet, hatte an der Theke gestanden und erfreut die Stammgäste begrüßt. So, wie er es all die Jahre und Jahrzehnte zuvor auch getan hatte. Nun ist er nach kurzer, schwerer Krankheit am Freitag voriger Woche im Alter von fast 82 Jahren verstorben.

Schwand war der Lebensmittelpunkt von Rolf Grether. Hier wurde er am 31. August 1938 als ältestes von drei Kindern der „Sennhütten“-Wirtsfamilie Max und Anna Grether geboren, hier ging er zur Schule und arbeitete, wie damals allenthalben üblich, von Kindesbeinen an in der Landwirtschaft, im Forst und in der Gaststätte der Familie mit.

Als Metzgergeselle war der junge Max Grether dazu als Hausmetzger tätig. Im Rahmen der Metzgertätigkeit lernte er Rosemarie Grether aus Dossenbach kennen und lieben. Sie war im „Haldenhof“ in Neuenweg als Köchin tätig, wechselte dann in den Betrieb der Schwiegereltern. 1961 hatten Rolf und Rosemarie Grether geheiratet. Gemeinsam übernahmen sie 1974 die „Sennhütte“ und brachten sie mit viel Herzblut, Weitblick und auch finanziellem Aufwand so voran, dass er, so sagte Rolf Grether stets, glücklich darüber sei, den Familienbetrieb zu einem gastronomischen Aushängeschild weit über die Grenzen des Kleinen Wiesentals hinaus gemacht zu haben.

Der Gastwirt mit Leib und Seele, der auch als Schnapsbrenner, Schinken- und Wurstproduzent tätig war, blickte stets über den „Tellerrand“ des eigenen Betriebs hinaus. So brachte er die Wanderwege und deren Beschilderung auf Vordermann, erbaute Ruhebänke, war im Kreisverband des „Deutschen Hotel- und Gaststättenverband“ (Dehoga) 24 Jahre im Vorstand tätig und saß für die CDU, in deren Ortsverein er ebenfalls Vorstandsfunktionen ausführte, 25 Jahre lang im Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Tegernau.

All das war Rolf Grether nur möglich, weil ihn die Familie unterstützte. Die Ehefrau, in der „Sennhütte“ die Küchenchefin, bis vor 32 Jahren Sohn Jürgen mit Ehefrau Karola in den elterlichen Betrieb zurückkehrte. Tochter Bettina, die seit über 30 Jahren im Service tätig ist, oder Schwester Erna, ebenfalls jahrzehntelange Servicekraft, sind ebenso zu nennen wie Enkel Maximilian, Spitzenkoch mit Ausbildung in Sternehäusern und einst bester Koch-Azubi im Lande. Er übernahm vor drei Jahren die Küchenleitung in der „Sennhütte“, derweil Enkelin Sabrina zwar beruflich auswärts engagiert ist, aber regelmäßig in der „Sennhütte“ als Mitarbeiterin zugange ist.

Anfang dieses Jahres freute sich Rolf Grether über die Geburt des ersten Urenkels, der Tochter von Maximilian, und dessen ebenfalls in der „Sennhütte“ tätigen Partnerin Christine. Nun ging ein arbeitsreiches, erfülltes Leben zu Ende.

Die Beisetzung findet am Freitag um 14 Uhr auf dem Tegernauer Friedhof statt.

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