Kleines Wiesental Ein Lebenszeichen der Narren in Corona-Zeiten

Das Nollehund-Häs bleibt 2021 im Schrank. Ganz verzichten die örtlichen Fasnächtler aber nicht auf Aktivitäten – am Wochenende wird die Fasnachtszeitung verkauft (Archivfoto). Foto: Ralph Lacher

Kleines Wiesental-Tegernau/Sallneck -  „Wir haben zwar im November einmütig beschlossen, in der Kampagne 2020/21 alle eigenen Veranstaltungen abzusagen. Auf die Fasnachtszeitung haben wir aber nicht verzichtet.“ Das sagt Rainer Brutschin, seines Zeichens Cliquenchef der größten regionalen Einzelclique, der Nollehünd Tegernau/Sallneck.

So gab es in Tegernau weder den Cliquenball Ende November noch das Narrenbaumstellen Anfang Februar, und die Kinderfasnacht mit Amtsenthebung von Bürgermeister Gerd Schönbett am Fasnachtsdienstag wurde ebenfalls abgesagt. Eine Fasnachtszeitung hat man aber erstellt – am Samstag, 13. Februar, wird sie im Tal ausgeliefert, erklärt Brutschin.

„Wir sind die größte Clique in der Gegend mit aktuell 57 aktiven, erwachsenen Mitgliedern und gut zwei Dutzend Kindern“, sagt Brutschin und freut sich gleichzeitig darüber, dass trotz Ausfall der Fasnacht zwei junge Leute ein Probejahr begonnen haben. „Das zeigt, dass die Fasnacht geschätzt wird“, so Brutschin. Daher wolle man mit der einzigen Aktion in der Kampagne 2020/21, der in Homeoffice-Arbeit entstandenen „Fasnachtszittig“, ein Lebenszeichen setzen und gleichzeitig den Menschen im Tal etwas Erheiterndes in Corona-Zeiten bieten.

„Liebi Lütt, groß un chli, d’Coronapandemie stoht üs jetzt scho e Zittli bii. S’ganzletschd Johr gohts deswege rund, numme hört me nüt meh vo de Nollehund“, heißt es im Prolog der Fasnachtszeitung. Und weiter: „Es isch wirklich nit zum lache, au Fasnacht dürfe mir keini mache.“ Daneben enthält das Blatt närrisch Glossiertes aus dem Tal und darüber hinaus.

Kontaktlose Verteilung

„Es ist auf jeden Fall eine Corona-Ausgabe“, sagt Rainer Brutschin. Einen Aufwand wie noch nie habe man betrieben – und ziemlichen Aufwand betreibe man am Samstag, 13. Februar. Dann nämlich wird die Narrezittig kontaktlos verteilt im Tal. Die Interessenten werden gebeten, an diesem Samstag die 2,50 Euro für die Zittig irgendwie sichtbar vor der Haustür zu platzieren, dann wird das Magazin in den Briefkasten gesteckt. „Wir hoffen, dass wir unseren Mitbürgern in dieser schwierigen Zeit eine Freude bereiten können, und bedanken uns schon im Voraus für die Unterstützung“, heißt es im Team von Rainer Brutschin.

Diese Unterstützung auch finanzieller Art brauche die Clique, betont das Vorstandsteam. Man habe den Mitgliedern schon im November vorgeschlagen, dass die Beiträge trotz Nicht-Aktivitäten in der so genannten „fünften Jahreszeit“ erhoben werden. Und erfreulicherweise hätten die Mitglieder auch dafür gestimmt, das sogenannte „Busgeld“, also die Umlage für die nicht anfallenden Kosten der Fahrten zu auswärtigen Bällen und Umzügen, in gewohnter Höhe zu zahlen.

Das zeige das Zusammengehörigkeitsgefühl, betont Brutschin im Gespräch mit unserer Zeitung. Zugleich weiß er um den sozialen Aspekt der Corona-Absagen: „Uns allen fehlen die Kontakte und das fröhliche, ausgelassene Zusammensein.“

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