Kleines Wiesental Entscheidung pro Radweg

Markgräfler Tagblatt, 07.12.2017 17:33 Uhr

Nach den Vorberatungen in der Gemeinderatssitzung im November stand am Mittwoch die Diskussion um einen möglichen Radweg zwischen Tegernau und Wieslet wieder auf der Tagesordnung. Schon zu Beginn der Sitzung hatte eine Bürgerin vehement und lautstark einen solchen Radweg gefordert.

Kleines Wiesental (hf). Bürgermeister Gerd Schönbett erinnerte daran, dass ein solcher Radweg rund 1,3 Millionen Euro kosten würde und dass bei der Gemeinde ein Kostenanteil von rund 100 000 Euro verbleibt.

Nach bisherigem Planungsstand soll der Radweg zwischen Tegernau und Wieslet rechts der Kleinen Wiese angelegt werden. Auf Nachfrage hat das Regierungspräsidium Freiburg (RP) bestätigt, dass Bau und Grunderwerb vom Land Baden-Württemberg finanziert würden – „falls das Projekt überhaupt gefördert wird“. Bauplanung und Ausführung liegen in der Hand der Gemeinde. Hier werden Kosten von rund 195 000 Euro erwartet, von denen die Gemeinde rund 100 000 Euro übernehmen müsste.

In der Beratung erklärte Gemeinderat Ernst Kallfaß, dass seiner Meinung nach nicht davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher Weg von den Bürgern angenommen wird. „Der Weg ist zu weit weg von der Landstraße. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Mütter ihre Kinder mit dem Rad durch ein langes und nicht einsehbares Waldstück alleine fahren lassen“, erklärte Kallfaß, der selbst passionierter Radfahrer ist. Jürgen Lacher pflichtete ihm bei: „Die Diskussion ist müßig, 100 000 Euro für einen Radweg können wir uns einfach nicht leisten.“

Ein deutliches Votum für einen Radweg kam von Rätin Patricia Fromm, die auch den positiven Effekt für den Tourismus im Kleinen Wiesental herausstellte.

Bürgermeister Schönbett stellte im Rat die Grundsatzfrage, ob die Gemeinde einer Weiterführung des Radweg-Projekts zustimmt. Mit Mehrheit – bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung – fiel der Entscheid positiv aus. Der Gemeinderat entschied, im Falle einer Realisierung des Radwegs zwischen Tegernau und Wieslet die erforderlichen Eigenmittel zu bewilligen.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, die weiteren Schritte hin zu einer Kooperationsvereinbarung mit dem Regierungspräsidium Freiburg in die Wege zu leiten.

 
          0