Anlässlich des Scoping-Termins beim Landratsamt im Zusammenhang mit dem Windpark Zeller Blauen (am 14. Mai), kam von Bürgermeister Gerd Schönbett der Vorschlag, zum Thema Kulturdenkmale einen Mediationsprozess zu initiieren. An ihm sollten die Bürgerinitiative Schwarzwald Gegenwind, Werner Störk als Sachverständiger, die politischen Gemeinden, EWS, und der Mediator Lothar Hirschner teilnehmen.

Von Christoph Schennen

Kleines Wiesental. Unterstützt wurde der Vorschlag auch vom Bürgermeister von Zell, Peter Palme. Ein erstes Vortreffen war für gestern Nachmittag geplant, fand aber aufgrund der Absagen nicht statt. „Auslöser für diesen Vorschlag waren bereits im Vorfeld aufgetauchte Befürchtungen, der geplante Bau der Windräder führe zu einer völligen Zerstörung wertvoller Kulturdenkmäler“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung der Gemeinde Kleines Wiesental. Und weiter: „Nach einer ersten Terminanfrage kam von verschiedenen Akteuren die Rückmeldung, dass aus ihrer Sicht kein Bedarf für einen Mediationsprozess besteht beziehungsweise dieser für nicht angebracht gehalten wird. Da eine Mediation lediglich dann sinnvoll ist, wenn alle betroffenen Akteure ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisieren, verzichtet die Gemeinde vorerst darauf, in den Prozess einzusteigen.“ Bürgermeister Gerd Schönbett bedauert die Absage sehr, hätte doch seiner Meinung nach dieses Verfahren die Chance geboten, frühzeitig die strittigen Punkte zu benennen und gemeinsam Konsensoptionen zu erarbeiten. „Auch wenn jetzt keine Mediation gestartet wird, ist die Gemeinde Kleines Wiesental gerne bereit, zu einem späteren Zeitpunkt in den Prozess einzusteigen“, heißt es abschließend.

Zu den Ablehnern einer Mediation zum jetzigen Zeitpunkt gehören unter anderem Harald Senn und Bernd Fischbeck von der Bürgerinitiative Schwarzwald Gegenwind. „Heimatforscher Werner Störk entgegnete mir, dass eine Mediation keinen Sinn macht, wenn die Bürgerinitiative nicht teilnimmt“, so Schönbett gegenüber unserer Zeitung. „Auch die EWS will erst die Voruntersuchungen des Geologischen Landesamtes (Freiburg) abwarten, ehe sie sich an einer Mediation beteiligt.“ „Wir warten nun die weitere Entwicklung ab und schauen, welches Stimmmungsbild sich nach der Veranstaltung am Sonntag (Suche nach Bodendenkmälern mit Werner Störk d. Red.) ergibt“, so Schönbett weiter. „Der Ball liegt bei der EWS.“

Bernd Fischbeck lehnt einen Vermittlungsprozess ab, weil eine vor dem Hintergrund unvollständiger Fakten geführte Mediation keine zufriedenstellende Lösung herbeiführen könne. „Innerhalb des Verfahrens habe ich schon so viele Märchen gehört, die nichts mit Physik zu tun haben, so dass ich glaube, dass wir in einer Mediation nicht zu einem Konsens kommen werden.“