Kleines Wiesental „Ganz beherzt Hilfe leisten“

Stefan Mazur, Ausbilder im Kreisverband Lörrach und stellvertretender Bereitschaftsleiter des DRK Ortsvereins Maulburg-Kleines Wiesental, war am Dienstagabend im Gemeindehaus Bürchau begeistert: „Es ist außerordentlich, wieviel Engagement die Bürger des Kleinen Wiesentals bei den Schulungen zur Anwendung des Defibrillators zeigen“.

Von Gudrun Gehr

Kleines Wiesental-Bürchau. Insgesamt 25 Bürger besuchten die Schulung für den Defibrillator, der am Feuerwehrhaus angebracht ist und von Lutz Herzog gestiftet wurde. Der „Defi“ ist per WLan mit der Integrierten Leitstelle des DRK in Lörrach verbunden. Stefan Mazur hatte in den letzten Wochen bereits mehrere Schulungen in Wieslet und in Sallneck vor interessierten Bürgern geleistet, in Raich wurde ein Dienstabend bei der Feuerwehr mitgestaltet. Die Eigeninitiative der Kleinwiesentäler Bürger ist auch erklärbar mit den relativ langen Anfahrzeiten der Rettungsdienste zum Notfallort. Der Ausbilder klärte auf: „Der nächstgelegene Standort eines Rettungswagens liegt in Schopfheim-Gündenhausen. Es ist durchaus sportlich, anzunehmen, dass es dieser innerhalb 15 Minuten ins hintere Kleine Wiesental schafft.“

First Responder-Gruppe ist in Planung

Ortsvorsteherin Katharina Matzken freute sich ebenfalls über die rege Teilnahme der Bürchauer: „Wir hatten so viele Nachfragen, dass wir möglicherweise einen weiteren Schulungsabend organisieren müssen.“

Mazur konnte die Schulungsteilnehmer beruhigen, die jetzt befürchteten, durch den Unterricht im Gemeindehaus automatisch zum Helfer vor Ort zu werden. Er meinte: „Allerdings sind Sie nach unserem Info-Abend durchaus als Ersthelfer verwendbar.“ Er erklärte den Gästen: „In Federführung des Feuerwehrgesamtkommandanten des Kleinen Wiesentals, Thorsten Hornsteiner, wird derzeit der Aufbau einer sogenannten First-Responder-Gruppe betrieben.“ Die ersten Rettungsmaßnahmen sollen sodann durch diese „Helfer vor Ort“ bis zum Erscheinen der Rettungsdienste oder des Notarztes vorgenommen werden. Ortsvorsteherin Katharina Matzken konnte erfreut mitteilen, dass sich in Bürchau drei geeignete Personen für dieses Ehrenamt zur Verfügung stellen werden.

Keine Berührungsängste mit dem „Defi“

Dennoch kann es lebensrettend sein, wenn die Schulungsteilnehmer über den Umgang mit dem automatisierten externen Defibrillator (AED) informiert sind, um eine sogenannte „Laienreanimation“ vornehmen zu können. Beim plötzlichen Herztod handelt es sich um die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland.

Im ersten Teil der sehr lebendigen und unterhaltsamen dreistündigen Unterweisung durch Stefan Mazur wurden die Basiskenntnisse der Besucher in Erster Hilfe, wie stabile Seitenlage und Rettungsgriffe, aufgefrischt.

Stefan Mazur klärte auf: „Das lebensbedrohliche Herzkammerflimmern kann ohne Vorwarnung auftreten, dann muss beherzt Hilfe geleistet werden. Ohne Herzdruckmassage geht hier gar nichts.“ Pro verstrichene Minute sinkt die Überlebenschance des Patienten um etwa zehn Prozent.

Der fachgerecht bediente „Defi“ mit Elektroschockabgabe, gemeinsam mit einer Druckmassage und Atemspende ausgeübt, steigert deutlich die Chancen des Patienten.

Der zweite Teil des Info-Abends nahm den Besuchern mit praktischen Übungen die Furcht vor dem hochtechnischen Hilfsgerät: Der baugleiche Übungs-Defi des DRK leitete mit optischen und auch akustischen Anweisungen die Handlungen des Retters und sagte ihm konkret, was im Notfall zu tun ist.

Die Elektroden waren an die bezeichneten Stellen an der Brust des Patienten-Dummys zu kleben. Automatisch würde das Gerät den Herzschlag des Patienten analysieren und den Schock ausführen. Gemeinsam übte man in Gruppen das Vorgehen im Notfall.

„Atemlos“ oder „Stayin’ alive“

So war ebenfalls zu erfahren, dass eine Herzdruckmassage optimalerweise 100 „Beats per minute“ umfasst: Genauso viel Schläge wie beispielsweise der Song der Bee Gees „Stayin’ alive“ oder Helene Fischers Schlager „Atemlos durch die Nacht“.

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