Kleines Wiesental Großer Klangkörper begeistert Publikum

Der Musikverrein Tegernau hatte ein Programm zusammengestellt, dass alle Generationen ansprach. Foto: Gudrun Gehr

Kleines Wiesental-Tegernau - Der Musikverein Tegernau veranstaltete sein traditionelles Frühjahrskonzert in der Laurentiuskirche. Die 47 Musiker um ihren Dirigenten Thomas Schmid präsentierten einen bunten Strauß unterhaltsamer Blasmusik, quer durch die Erdteile und durch mehreren Jahrhunderte Musikgeschichte.

Dirigent Schmid führte durchs Programm und kündigte an: „Sie bekommen hier Musik zum hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.“ Aufgrund von Renovierungsarbeiten in der Tegernauer Halle hatte man sich dieses Jahr die akustisch einladende Laurentiuskirche als Konzertort ausgesucht. Dirigent Schmid meinte: „Wir wollten nicht auf andere Hallen ausweichen, wir bleiben da, wo wir zuhause sind: in Tegernau“.

Nach dem Defilee der Musiker wurde das Konzert mit dem mehrteiligen Konzertmarsch „Mercury“ von Jan van der Roost in seiner typisch britischen Eigenart mit klangvollen und virtuosen Themen präsentiert.

Gleich zur Eröffnung des Konzertes verschaffte sich das Orchester mit dem dynamischen Auftritt von Posaunen und Trompeten eine beeindruckende Aufmerksamkeit.

Das Stück „Ivanhoe“ von Bert Appermont, ein mehrteiliges musikalisches Werk der orchestralen Oberstufe, handelt von heroischen Rittergeschichten, von Ehre und Stolz des Ritters, von Liebe und Minne zur verehrten edlen Frau.

Die Komposition endete mit einem großartigen Finale, in dem sowohl der aufbegehrende Auftakt als auch die prächtige Hymne zusammengefasst wurden.

Videospiele und „Songs of Joy“

Der Barock zeigte sich mit einer der bekanntesten Kantaten von Johann Sebastian Bach: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, BWV 140. Der berührende und andächtige Choral fügte sich ideal ins stimmungsvolle Ambiente der Laurentiuskirche ein.

Auch ein Ausflug in die griechische Mythologie wurde von den Tegernauer Musikern bravourös gemeistert. Die anspruchsvolle voluminöse Tondichtung „Cassiopeia“ des jungen portugiesischen Komponisten Carlos Marques erzählt innerhalb sinfonischer Gedichte von der eitlen Königin Cassiopeia, die den Zorn von Zeus auf sich zog.

Dramatisch und bewegend präsentierte das Orchester das nicht nur bei PC-Spielern bekannte Werk „Baba Yetu“. Dieses stammt aus dem beliebten Computerspiel „Civilization IV“ von Christopher Tin und erlangte schnell große Beliebtheit. Das Lied wurde mit dem suahelischen Text „Baba Yetu“ unterlegt. Dirigent Thomas Schmid fragte das Publikum nach der Bedeutung von „Baba Yetu“. Gastgeber Pfarrer Christian Rave wusste die Antwort: „Baba Yetu bedeutet ’Vater unser’ auf Suaheli“.

Die Tegernauer Musiker beherrschten jedoch nicht nur ihr Instrument meisterhaft. Dies bewies eindrücklich Saxophonist Nico Hügel, der das Gebet auf Suaheli in bewegender Weise gesanglich präsentierte und vom Orchester mit Chorgesang stimmungsvoll begleitet wurde.

Einen Ausflug in die Tiroler Alpen machten die Tegernauer Musiker mit ihrem freudigen Marsch „Alm“ von Armin Kofler. Moderator Thomas Schmid meinte: „Das Stück lädt zum Schnüren der Wanderstiefel ein und animiert zum Besuch - beispielsweise der prächtigen Kleinwiesentäler Berglandschaft“.

Bewegender Abschied vom Publikum

Mit „Concerto d’Amore“, einem unterhaltsamen Mix aus Barock, Pop und Swing von Jacob de Haan, neigte sich der musikalische Streifzug quer durch die Notenmappe schon dem Ende zu. Das offizielle Programm endete mit „Songs of Joy“, mit modernen und mitreißenden Kompositionen, unter anderem von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven. Natürlich durfte sich das Orchester nicht ohne Zugaben verabschieden.

Besonders eindrucksvoll verabschiedeten sich die einzelnen Register des Orchesters, indem sie sich unter den Klängen der bewegenden Hymne „Highland Cathedral“ vor dem Publikum erhoben. Die schottische Hymne hatte bereits vor langem den Weg in die Herzen der Tegernauer Konzertbesucher gefunden.

Das Orchester wurde mit langem Applaus für das beinahe 90 Minuten lange Konzert belohnt. Vorsitzender Stefan Adler bedankte sich beim Gastgeber Pfarrer Christian Rave für die Möglichkeit, in der Laurentiuskirche zu konzertieren. Sein Dank ging an alle, die zum Gelingen des Konzertes beigetragen hatten. Im Anschluss an das Konzert traf man sich noch zu einem kleinen Umtrunk im evangelischen Gemeindehaus

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