Kleines Wiesental Handschlag für jeden Besucher

Gelten als „lebende Legenden“: das brilliante Musikerduo Joe Filisko (links) und Eric Noden.                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Foto: Gudrun Gehr Foto: Markgräfler Tagblatt

Die Kirchenbänke der Laurentiuskirche füllten sich am Sonntag zusehends, hatte doch der Verein „ExBluesive“ wieder mal zu einem kleinen und feinen musikalischen Sahnehäubchen eingeladen.

Von Gudrun Gehr

Kleines Wiesental-Tegernau. Das Konzert war Auftakt zu drei Blueskonzerten des Vereins in der Region (siehe Info). Einladend präsentierte sich die akustisch beeindruckende alte Kirche für die beiden aus Chicago stammenden und oft als „lebende Legenden“ bezeichneten Musiker Joe Filisko (Harp und Gesang) und Eric Noden (Gitarre, Kazzoo, Gesang).

Veranstalter Klaus Deuss begrüßte die Gäste: „Die Laurentiuskirche erlebt seit ihrem Bau vor 500 Jahren ihr erstes Blues-Konzert. Die beiden Künstler waren bei ’ExBluesive’ schon mehrfach Gast.“ Er informierte die Besucher, dass beide Musiker jeweils im Herbst bei den „Harmonica Masters Workshops“ in Trossingen als Dozenten unterrichten. Diese Workshops sind insbesondere bei Künstlern aus den Staaten sehr beliebt. Im Anschluss an die Schulungen in Trossingen unternimmt das Duo sehr gerne noch kleinere Auftritte in der Region.

Filisko und Noden treten seit Jahrzehnten gemeinsam auf. In ihrer Musikalität ergänzen sie sich mit ihren selbstkomponierten Stücken perfekt. Mit ihrem traditionellen Blues aus den 20er und 30er Jahren bewiesen sie bei der Soiree am Sonntagabend erneut, dass sie zu den ganz Großen ihres Genres zählen.

Joe Filisko ist Experte für traditionelle diatonische ­Harpstile und Fachmann für die Spieltechniken des Vor- und Nachkriegsblues. Filisko entlockte seinen Harps höchst erstaunliche Töne: Mal klagend, jammernd, schluchzend, aber auch zart flirtend erstaunten sie in der Tegernauer Kirche die Konzertbesucher.

Nicht zu glauben: Er erzeugte mit seiner Mundharmonika auch Töne eines australischen Didgeridoos und verwandelte dabei die alte ehrwürdige Kirche für einen musikalischen Moment in einen abgelegenen Ort im australischen Outback.

Auch klang der Blues in der Kirche klassisch: Filiskos Bullit- oder auch Fahrradlampen-Mikrophon verstärkte die Töne seiner Harp mittels eines alten abgedämpften Röhrenverstärkers und erweckte so den Eindruck der Klangwelt einer alten originalen Blues-Tonaufnahme.

Sein kongenialer Partner Eric Noden machte mit seiner rauen und kehligen Stimme großen Eindruck. Mit seiner Dobro-Gitarre und deren metallenen Resonanzkörper schuf er den zum Blues gehörigenden glockigen, blechernen oder manchmal auch tropfigen Ton. Sein elegantes Spiel und sein meisterhaftes Fingerpicking unterlegte die Harp-Melodien von Filisko mit einem virtuosen Klangteppich.

Die eingängigen Klänge erinnerten an Country-Melodien in den Musikkneipen des Mittleren Westens der Vereinigten Staaten.

Die Künstler präsentierten einige Stücke aus ihrer neuen CD „Destination Unknown“. Hier wurden „Fat Cat“, „Angry Woman“ oder auch „Black Clouds“ in brillanter Weise präsentiert, und das Publikum sang Refrains der eingängigen Stücke teilweise mit.

Die beiden Künstler vermittelten starke musikalische Unterhaltung und beeindruckendes Entertainment in zwei Sets zu je 50 Minuten. Der Dank von Joe Filisko ging auch an Tontechniker Walter Schneider als „coolster Soundman ever“. Auf sehr sympathische Weise verließen die Musiker die Kirche: Unter dem stimmungsvollen Gitarrenspiel von Eric Noden verabschiedete und bedankte sich Joe Filisko per Handschlag bei jedem Einzelnen der etwa 70 Besucher.

Weitere Konzerte von „ExBluesive“ am Samstag, 23. November, Blossbluez mit „A Soulful Funky Rocking Jazzy Blues Fusion Feuerwerk“, Gasthaus Eiche, Utzenfeld, und am Freitag, 29. November, St. Agathe, Fahrnau, Juan Pao Cumellas und Miguel Talavera, Cumellas’ vielfältiges Harpspiel und Talaveras meisterhafte Gitarre. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    8

Newsticker

blank

Umfrage

Weihnachtsbäume

Achten Sie beim Kauf des Weihnachtsbaums darauf, ober dieser unter kontrolliert ökologischen Bedingungen kultiviert wurde?

Ergebnis anzeigen
loading