Kleines Wiesental „Im Miteinander erfolgreich“

Ein „Großer Bahnhof“ erwartete am Montag in der Naturparkschule Tegernau  Rektorin Ursula Kleinedler zur Verabschiedung in den Ruhestand. Viele Wegbegleiter, Kollegen, Freunde und Familienangehörige hatten sich zum Festakt in der Aula  eingefunden, um die langjährige Schulleiterin nach insgesamt 26 Dienstjahren in der Tegernauer Schule zu würdigen.

Von Gudrun Gehr

Kleines Wiesental.  Für die kleine, aber feine Verabschiedung hatte Barde Berthold Hünenberger, selbst pensionierter Pädagoge, mit seiner Gitarre die musikalische Begleitung übernommen. In seine Lieder stimmten die Gäste ein und sangen mit. 

Die Eröffnung der Verabschiedung übernahm Bürgermeister Gerd Schönbett; er skizzierte den Werdegang der angehenden Pensionärin und meinte: „Es muss schon eine Berufung sein, wenn man diese Aufgabe als Pädagoge richtig erfüllen will, und das haben Sie die letzten 26 Jahre bewiesen.“ 

1995 trat Ursula Kleinedler ihren Dienst als Lehrerin in der damaligen Grund- und Werkrealschule der Nachbarschaftsschule Kleines Wiesental an. Zuvor war sie kurze Zeit an der Grundschule von Tumringen tätig. Vier Jahre später wurde sie zur Konrektorin  ernannt, um im Jahr 2002 für die nächsten 19 Jahre die Stelle als Schulleiterin zu übernehmen. Damals verfügte das Kleine Wiesental noch über zwei Schulstandorte, im Kernort Tegernau die Grundschule und am Ort der nunmehrigen Naturparkschule die Hauptschule.  2011 sorgte die politische Entwicklung für die Einführung der Gesamtschule, schlussendlich war damit das Schicksal der Werkrealschule in Tegernau besiegelt. 2013 erfolgte die Zertifizierung zur Naturparkschule. Dieses  Engagement hat die Rektorin mit viel Energie weiterentwickelt. 

Kometenhafter Aufstieg

Schulrätin  Regina Höfler berichtete aus der Personalakte. Ursula Kleinedler wurde 1957 in  Castrop-Rauxel geboren und entwickelte früh den Wunsch, Lehrerin zu werden. Das pädagogische Hochschulstudium absolvierte sie in Dortmund. Weitere Ausbildungsstationen führten sie nach Münster und Gelsenkirchen. In den 1980er Jahren unternahm sie einen „Zwischenausflug“ in die Industrie und nahm auch die Familienplanung in Angriff. Im Jahr 1995 erfolgte der Wechsel nach Tegernau. Höfler sagte: „Sie haben hier einen kometenhaften Aufstieg zur Rektorin gemacht“. Sie würdigte Kleinedler: „Mir fiel bei meinen Besuchen die warme Atmosphäre hier an der Schule auf.“ Die Schulrätin übergab der scheidenden Rektorin die Abschiedsurkunde und sagte: „Sie haben diese Aufgabe durch Ihre Person und Ihr großes Herz ausgefüllt.“ Es gibt Pläne der angehenden Pensionärin: Das Erwandern eines Teiles des Jakobsweges und das Erlernen des Klavierspiels.  Augenzwinkernd kamen originelle Geschenke von der Schulrätin: Ein Wanderbuch für den Hotzenwald „als Übung für den Jakobsweg“ und ein paar Leckerli für Hundedame Frieda, damit diese dort nicht verhungert. 

Ursula Kleinedler erinnerte sich in ihrem Rückblick, nie daran gedacht zu haben, den Beruf der Schulleiterin ergreifen zu wollen. Als das Angebot kam, Schulleiterin zu werden, entschied sie, die Schule in ihrem Sinne zu gestalten. Großer Dank galt neben ihrem Ehemann  auch den Schulsekretärinnen, den Elternbeiräten, den Vertretern des Fördervereins und der Projektleiterin der Naturparkschule. Dank ging auch an die Kooperation Kindergarten/Grundschule.  Kleinedler meinte: „Im Miteinander waren wir erfolgreich“.  

Auch die Kolleginnen hatten sich ins Zeug gelegt und trugen humorvolle Reime vor. Viele individuelle Ruhestandswünsche mit Geschenken befanden sich darunter. Ebenfalls erhielt die Hündin der Rektorin, Hausmaskottchen Frieda, warme Worte als „Chefin der Herzen“. Grußworte kamen auch von der Amtsnachfolgerin Regina Jandke als kommissarische Leiterin,  von Sabine Imping vom Förderverein und vom Elternbeirat. Alle Kolleginnen hatten sich zum „Chörli“ zusammengeschlossen und bereiteten mit ihrem parodistisch abgewandelten Lied „Ruhestand“ von Heri Friese die angehende Ruheständlerin mit Schaukelstuhl, Palmen, Pool und Sonnenschirm auf das künftige Urlaubsfeeling vor. 

Der Festakt fand einen geselligen Ausklang mit einem Imbiß im Schulhof. 

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