Kleines Wiesental Kaum verabschiedet, schon Makulatur

Kaum verabschiedet, ist der Haushaltsentwurf des Kleinen Wiesentals schon wieder Makulatur. Grund ist ein großer Hangrutsch in Wies.

Von Gerald Nill

Kleines Wiesental (gni). Bürgermeister Gerd Schönbett berichtete dem Gemeinderat, dass der Steilhang noch immer in Bewegung sei, und es könne noch nicht beurteilt werden, wie das Gelände am nordöstlichen Dorfrand  gesichert werden könne. Eine erste Einschätzung besagt, dass der Wieser Hangrutsch teurer wird als der Erdrutsch von Bürchau, der bereits einen sechsstelligen Betrag verschlungen hatte. 

Kurz vor dieser Hiobsbotschaft befasste sich der Gemeinderat Kleines Wiesental mit dem Haushalt für das laufende Jahr. Im Ergebnishaushalt stehen Einnahmen in Höhe 7,07 Millionen Euro Ausgaben in Höhe von 7,38 Millionen Euro gegenüber, wobei auch nach Verkauf eines Baugrundstücks eine Unterdeckung in Höhe von 277 000 Euro verbleibt. 

Die Verwaltung hat geplante Maßnahmen in einer Höhe von 60 000 Euro gestrichen, aber es wird auch weiter investiert im Kleinen Wiesental. Bürgermeister Gerd Schönbett bezifferte das gesamte Investitionsvolumen auf 3,5 Millionen Euro.

 Das größte Projekt ist dabei der Bau des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Wieslet, der in diesem Jahr begonnen werden soll und zwei Millionen Euro kostet. Dazu werden 400 000 Euro an Krediten aufgenommen. Sollte sich kurzfristig noch ein Fördertopf für das Dorfgemeinschaftshaus finden, könnte sich der Baubeginn geringfügig verschieben, hieß es, was Ortsvorsteher Heinz Eichin nickend zur Kenntnis nahm. Aber auch die Verlegung einer neuen Wasserleitung von Eichholz nach Wieslet kostet 361 000 Euro. Weitere 330 000 Euro sind für die Sanierung der Halle in Tegernau eingeplant. Eine neue Heizzentrale in Wieslet ist mit 303 000 Euro veranschlagt. Die Verschuldung der Gemeinde Kleines Wiesental steigt in diesem Jahr von 2,1 auf 2,4 Millionen Euro. 

In der Aussprache übten verschiedene Gemeinderäte Kritik an der Haushaltspolitik. So meinte etwa Heinz Eichin, Ortsvorsteher aus Wieslet, der Ortschaftsrat habe die Kostenspirale beanstandet, wonach die Ausgaben stetig steigen und die Einnahmen sinken. Ins selbe Horn stieß Matthias Leisinger aus Wieslet: Die Einnahmen müssten gesteigert werden, um handlungsfähig zu bleiben. Wie können Einnahmen gesteigert werden? Patricia Fromm aus Kühlenbronn wiederholte ihren Vorschlag, von Ausflüglern Gebühren auf Wanderparkplätzen zu erheben. Dadurch könnten kurzfristig  nennenswerte Beträge eingenommen werden. Auch Nicolai Schwald aus Tegernau forderte Taten, es dürfe nicht zu lange gewartet werden. 

Bürgermeister Gerd Schönbett stellte die Erhebung einer Pferdesteuer in den Raum und regte an darüber nachzudenken, wie der sehr kostenintensive Winterdienst mit bis zu acht Fahrzeugen im Einsatz auf die Allgemeinheit umgelegt werden könne. Letztlich blieben die Ideen zur Generierung von Einnahmen diesmal noch vage. Durch außerplanmäßige Ereignisse wie die einsturzgefährdete Brücke in Neuenweg oder den aktuellen Hangrutsch in Wies mit beträchtlichen Kosten gerät das Kleine Wiesental allerdings finanziell in Zugzwang.

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