Kleines Wiesental Kleines Wiesental sucht einen Energieberater

Ideen zum Energiesparen soll der Energieberater entwickeln und vermitteln.Foto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

Kleines Wiesental (hjh). Es war wie immer bei dieser letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause am Mittwochabend, wenn es um Beratungen um die Schaffung der Stelle eines Energieberaters geht: Man zäumte das Pferd vom Schwanz her auf und versuchte, mit Argumenten aus vergangenen Diskussionen wie etwa der Bemerkung, dass jemand, der anfängt, zunächst einmal Geld kostet, die Kosten/Nutzen-Frage neu aufzurollen.

Kaum jemand im Ratsrund interessierte sich zunächst für den Vorschlag von Bürgermeister Gerd Schönbett, einen Energieberater zu 100 Prozent einzustellen, der aber 75 Prozent seiner Arbeitszeit im Bauhof verbringen und nur die übrigen 25 Prozent im Büro zur Planung eines sinnvollen Umgangs mit Energie eingesetzt werden soll.

Da wurde diskutiert über das komplizierte Vergaberecht, das mit Energiesparmaßnahmen, die umgesetzt werden müssten, einher gehe. Die Mitglieder des Gremiums waren sich einig, dass – und das sollte ja wohl auch ganz selbstverständlich das Mindeste sein – Maßnahmen nur nach vorausgehender Planung umgesetzt werden dürfen. Man hielt es für notwendig, dem neu einzustellenden Mann vorzuschreiben, zu möglichen Angeboten zweite Meinungen einzuholen oder ihn darauf hinzuweisen, dass es nicht damit getan sei,  Solarzellen auf Dächer zu montieren.

Keine Rede war davon, dass diese Aufgaben eigentlich nicht Sache der Gemeinderäte sein müssten, sondern die des neu einzustellenden Fachmanns, der laut Gerd Schönbett Meister oder Techniker sein müsste und der wahrscheinlich nicht so einfach wie gedacht zu finden sei.

Gudrun Gehr befürchtete, dass es der Bevölkerung, die wegen der angespannten Finanzlage der Gemeinde mit Gebührenerhöhungen konfrontiert würde, nur sehr schwer zu vermitteln sei, dass die Gemeinde, um Energie einzusparen, einen neuen Mitarbeiter einstelle, der unterm Strich nach Vorlage der Verwaltung rund 100 000 Euro koste, aber lediglich 20 000 bis 25 000 Euro Energiekosten einspare, auch wenn Schönbetts Rechnung, einen 55-prozentigen Zuschuss für die Energieberatung zu ergattern, aufgehe.

Es setzte sich die Meinung des Neuenwegers Werner Schwald durch, der sagte: „Wenn wir beschließen, einen einzustellen, und finden dann keinen, haben wir es wenigstens probiert.“ Mehrheitlich votierten die Ratsmitglieder für Gerd Schönbetts Vorschlag, zwei waren dagegen und einer enthielt sich.

Also wird nun ein „Beauftragter für eine klimaneutrale Kommunalverwaltung“ gesucht und hoffentlich auch gefunden. Die einzelnen Aufgaben in dem 25-Prozent-Deputat: Senkung der Energiekosten/Entlastung des Haushalts, Identifikation mit Einsparpotentialen, insbesonde-re die Ausarbeitung von niedriginvestiven Maßnahmen und das Vermitteln der Ideen von Energiesparen in der Verwaltung und in der Bevölkerung.

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