Kleines Wiesental Markanter „Weißt-Du-noch-Tag“

Jubelkonfirmation in der Laurentius-Kirche; links Pfarrer Christian Rave, Mitte sitzend Hilda Wagner. Foto: Gudrun Gehr

Kleines Wiesental - Einen Festgottesdienst der ganz besonderen Art konnte am Pfingstsonntag Pfarrer Christian Rave von der evangelischen Kirchengemeinde Oberes Kleines Wiesental feiern.

Zahlreiche Jubelkonfirmanden konnten zum festlichen Gedenken an ihren Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter eingeladen werden. Der am weitesten angereiste Jubilar kam aus Backnang.

Pfarrer Rave begrüßte die Festgemeinde zu diesem markanten „Weißt-Du-noch-Tag“ und verglich die erheblichen Unterschiede einer Konfirmation, die beispielsweise vor 75 Jahren gefeiert wurde, mit gegenwärtigen Feiern.

Trotz der vorhandenen Schwierigkeit, die Anschriften der Jubilare festzustellen, fand eine Vielzahl Konfirmandinnen und Konfirmanden mit ihren Angehörigen den Weg zur Laurentiuskirche.

Im Vordergrund stand bei allen die Möglichkeit, alte Freunde und Bekannte wiederzusehen.

Pfarrer Rave predigte zunächst zum Pfingstfest, das als „einer der drei Geburtstage der Kirche“ bezeichnet werden kann. Es sei das Fest, an dem das von Jesus Christus angekündigte Kommen des Heiligen Geistes gefeiert wird. Musikalisch umrahmt wurde der festliche Gottesdienst von einer Abordnung des Musikvereins Tegernau.

Rave präsentierte die beiden neu gebundenen Bücher, welche Daten und Einzelheiten der jeweiligen Konfirmationen in der Kirche Tegernau zum Inhalt haben. Der erste Band bezieht sich auf den Zeitraum von 1921 bis 1944, der zweite Band ist von 1945 bis 2012. Beide Bände konnten von den Besuchern des Gottesdienstes eingesehen werden.

Als älteste Jubilarin konnte Hilda Wagner aus Tegernau geehrt werden, die noch im Kriegsjahr 1944 konfirmiert wurde. Pfarrer Rave meinte schmunzelnd: „Wir mussten zuerst mal nachschauen, welche Bezeichnung für das 75-jährige Jubiläum zutrifft und stellten fest, dass es die Kronjuwelen sind“. Eingeladen waren ferner die Konfirmationsjahrgänge zur silbernen, goldenen, diamantenen, eisernen und zur Gnadenkonfirmation.

Pfarrer Rave hatte in den kirchlichen Unterlagen recherchiert: Im Kriegsjahr 1944 wurden in Tegernau 28 Jungen und Mädchen konfirmiert, es stammten neun Konfirmanden aus Gresgen. Ein sogenanntes „Verdingkind“ aus Elbenschwand konnte an der Konfirmation nicht teilnehmen, offensichtlich weil kein Geld für dessen Kleidung vorhanden war. Die Konfirmandenjahrgänge waren damals erheblich größer. Im Konfirmandenjahrgang 1949 wurden insgesamt 41 Jugendliche eingesegnet.

Zum Festgottesdienst hatten sich insgesamt 36 Jubilarinnen und Jubilare eingefunden: Vier Gnaden-Jubilare (Konfirmationsjahrgang 1949), 15 Personen als Eiserne Jubilare (1954), drei Diamantene Jubilare (1959), neun Goldene Jubilare (1969), fünf Silberne Jubilare (1994).

Nach dem Segen erhielten die Jubilare jeweils eine Erinnerungsurkunde. Gemeinsam wurde das Abendmahl gefeiert.

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