Kleines Wiesental Mit Körper, Geist und Mut

Kleines Wiesental (hau). „Alles, was uns in den letzten Monaten neu und herausfordernd war, können wir jetzt durch Schönheit, Eindrücke, Gefühle, Augenblicke, Offenheit und Herzbewegungen, wie die Kunst sie uns schenkt, auf neue Weise erleben.“ Mit diesen geradezu euphorischen Worten kündigt die Hausherrin des Kulturraums Rosenhof in Schwand, Pilar Buira Ferre, das nun anstehende Tanzfestival an. Dieses wird vom 16. bis 19. Juli erstmals nicht im Rosenhof, sondern in der Halle am Festplatz in Wies stattfinden. Trotz der ungewöhnlichen Umstände sei es gelungen, Tanz auf die Bühne zu bringen – und nicht nur per Video zu zeigen.

Das Sommerfestival trägt in diesem Jahr, anders als sonst, den Titel Tanz-Kultur-Distanz im Dialog. Verpflichtet wurden Compagnien und Solo-Künstler, die das Thema vielfältig beleuchten und die Sinne anregen wollen.

Die Compagnie Ahtenysti wird mit „Arachnée“ eine Solo-Performance präsentieren, in der zu Vivaldi-Musik ein rätselhaftes und zweideutiges Wesen, halb Frau, halb Spinne, porträtiert wird.

Judith Bach aus Bern zeigt mit „Claire alleene“ eine Solo-Theater-Chanson-Performance und fragt darin nach Sinn und Unsinn des Lebens. Aus Barcelona kommt mit dem Stück „About H“ ebenfalls ein Solo ins Wiesental. Hier wird Flamenco mit zeitgenössischen Tanzelementen vermischt.

Die Compagnie AE aus Berlin zeigt im Duo die „Ode to Phanes“, ein Stück mit archetypischer Symbolik, inspiriert aus antiken Mythen.

Das Ensemble vis à vis aus dem Dreiländereck stellt sein Stück „Mein Haus“ vor. Es handelt von Menschen, die in eine neue Haut schlüpfen. Es kommt zu merkwürdigen Begegnungen, es ist, als werde ein neues Leben erprobt.

Anna Vogel Buira zeigt zweimal ihr nur einminütiges Solo „Don Quixote, 2. Akt, Amor“, eine kurze Episode aus dem Repertoire des klassischen Balletts von Marius Petipa.

Aus der Schweiz kommt auch die Compagnie Linga mit ihrem Stück „Triskelion“. Darin erkunden die drei Tänzer die engen und komplexen Beziehungen von Sport-Fechtern, allerdings mit einbeinigen Schemeln.

Pilar Buira Ferre selbst wird mit ihrer Enkelin Anna zudem ihre persönliche Lockdown-Performance „Dance in Lost Places“ vorstellen. Die Kontaktsperre während der Hochphase der Pandemie hat die beiden inspiriert, verlassene Orte aufzusuchen, sie mit einer Tanzperformance zu beleben und die Tanzaktion zu filmen. Mit „Nêziîba“ (kurdisch: kommt in die Nähe“) zeigen sie die erste Performance der Serie auf der Bühne. Das Stück lebt von Kontrasten und Gemeinsamkeiten, dem Alterunterschied der Tänzerinnen sowie dem unbelebten Ort und der tänzerischen Energie.

Zudem wird traditionsgemäß das neueste In-Zeit-Sprung-Projekt präsentiert. Unter dem Titel „Crazy Loop“ ist es die mittlerweile 9. Auflage. Unter der Leitung von Pilar Buira Ferre thematisiert die Performance die Schwierigkeit, im Unvertrauten zurecht zu kommen. Sechs Männer geraten in eine ihnen unbekannte Gesellschaft. Es bleibt ihnen nur übrig, sich mit ihrem Körper, ihrem Geist, ihrem Mut zu verständigen und dem Unbekannten mit Interesse zu begegenen. Ein Distanzhalter unterstützt sie dabei, mit dem Neuen zurechtzukommen.  Durch die Corona-Regelung wird bereits 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn die Abendkasse öffnen. Bedingt durch die Abstandsregelung gibt es in diesem Jahr pro Vorstellung nur Eintrittskarten für 80 Zuschauerplätze.

Karten via E-Mail: tickets@kulturraumrosenhof.de bestellen; Restkarten an der Abendkasse

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