Kleines Wiesental Opas Geist durchschritt Zuschauerreihen

Markgräfler Tagblatt, 08.01.2018 22:00 Uhr

Kleines Wiesental-Raich (es). Mit „´s Rupfingers Huusgeist“ gab die neu getaufte Theatergruppe „Die Bergler Bühnispieler“ aus Raich ihr Debüt bei der Jahresfeier des Männergesangvereins Ried im Gasthaus „Adler“ und sorgte für viel Heiterkeit bei den zahlreichen Zuschauern.

Nach dem wohlklingenden Gesang des Männerchors gab es bei der Jahresfeier mit dem Einakter von Werner Harsch einen weiteren Höhepunkt des Abends.

Im Hause Rupfinger führt die Hausfrau Else (gespielt von Sandra Schwald) das Regiment, ihr armer Mann Gustav (Harald Georg) hat nicht viel zu sagen. Strenge Haus-Regeln gelten unter anderem beim Essen und Trinken, so ist Alkohol verboten, und unter den Speisen findet sich fast ausschließlich gesunde Gemüse-Kost – aller Proteste des Ehemanns und des Opas zum Trotz.

Eines Tages findet Else den Opa (Günter Meyer) leblos auf – hinter einer halb-leeren Flaschen-Batterie mit Hochprozentigem; zudem war ein Schuss gefallen. Der vermeintlich Tote soll geheim gehalten und in seiner Kammer versteckt werden, doch die energische Tochter Sabine (Johanna Schmidt) und die aufdringliche Nachbarin, Frau Schmelzle (Christel Schmidt), vereiteln durch ihr Erscheinen dieses Vorhaben. Zudem bemüht sich der trottelige Dorfpolizist (Stefan Kropf) um die Aufklärung des „kriminalistischen Geschehens“, nicht ohne ein stümperhaftes Verhör durchzuführen und vorschnelle Schlüsse zu ziehen. War es Mord oder Selbstmord, oder wurde der Alte etwa Opfer seiner heimlichen Sauflust? Diese Frage treibt alle um und bringt das Familienleben der Rupfingers gründlich durcheinander. Zu allem Unglück wandelt der Geist des Opas unterdessen sowohl durch die Reihen der Zuschauer wie auch durch die Stube der Familie und sorgt für Angst und Schrecken.

Am Ende lösen sich die mysteriösen Vorgänge jedoch in Wohlgefallen auf, und mit dem wiederauferstandenen Opa wird hochprozentig angestoßen – die strengen Hausregeln und das Regiment der Frauen über Bord werfend. Dass dabei auch mit den Zuschauern – zumindest mit den rehabilitierten Männern, der „Krone des Schöpfung“ - angestoßen wurde, passt zur Eigenart der Bergler Bühnispieler, diese stets ins Geschehen mit einzubeziehen.

 
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