Kleines Wiesental Sensibilität für kleinere Dinge

Einfühlsame Songtexte: Kilya Vogel-Buire und Ben Meech beim Konzert im Rosenhof.Foto: Gudrun Gehr Foto: Markgräfler Tagblatt

Es war fast wie früher , wenn da nicht die Desinfektionsflaschen, die Gästelisten und die erweiterten Abstände der  Bestuhlung gewesen wären. Am lauen Sommerabend am Samstag hatte der Rosenhof erstmals wieder zu einem von vielen Folk-Fans  lange schmerzlich vermissten Open-Air-Konzert eingeladen.

Von Gudrun Gehr

Kleines Wiesental-Tegernau. Der britische Singer-Songwriter Ben Meech präsentierte sich und seine Frau und Duo-Partnerin Kilya Vogel-Buira bei einem gutbesuchten Konzert. Sie zeigten bei ihrem Auftritt, dass sie die Corona-Pause auch kreativ zur Schaffung neuer Stücke verwendet hatten. Das musikalisch bemerkenswert gut harmonierende Duo ist im Rosenhof fast zuhause, Kilya Vogel-Buira verbrachte hier im weitläufigen Areal  ihre Jugend. Das Paar lebt mittlerweile im kleinen Weiler Wambach.

Ben Meech (Gitarre, Gesang) ist nicht nur im Duo mit Kilya (Geige, Gesang, Piano) anzutreffen, sondern auch als Solist. Seit einiger Zeit ist er ebenfalls  in seiner anderen, mehr rockigen Formation „Greenwood“ mit Duo-Partner  Robin Perks  bei vielen Veranstaltungen präsent. 

Ben Meech, mehrfacher Vater, berichtete im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin vor dem Konzert über die vergangenen Wochen: „In dieser Zeit nutzte ich die Kinderstube zuhause quasi als Heimvorteil. Ich nahm mir Zeit, tief in mich hineinzuschauen, eine größere Sensibilität für kleinere Dinge zu entwickeln  und mein Verhältnis zur Vergangenheit aufzuarbeiten.“

Insbesondere setzte er hier spezifische Situationen seiner Jugend in musikalische Bilder um. Seine Kompositionen entwickelt er oft  am häuslichen Küchentisch, dem kreativen, lebendigen und stressfreien Mittelpunkt der Familie. Hier wirkt zwanglos Kilya Vogel-Buira mit, und Musik und Text eines Stückes werden hier zusammengefügt.

Ben Meech berichtet weiter: „Manchmal korrigiert mich Kilya, sie bringt Verbesserungsvorschläge, und ich habe dann schwer zu schlucken. Aber nachdem ich ihre Ideen umgesetzt habe, sehe ich ein, dass sie recht hatte.“ Kilya Vogel-Buira, die beim Pressegespräch ebenfalls anwesend war, schmunzelte: „Ich nörgle einfach gerne.“ 

Die Eröffnung des Konzertes übernahm die Gastgeberin Pilar Buira-Ferre. Sie freute sich, erstmals Ben und Kilya Vogel-Buira im Einzelkonzert präsentieren zu können.

In den stimmungsvollen Abendstunden über Schwand hatte das Duo seine Gäste im Nu in seinen Bann gezogen. Ben Meech moderierte die zwei Teile des Programms. Bei den einfühlsamen Liebesliedern wie „Love break“ zeigte Kilya Vogel-Buira mit ihrer Geige im filigranen und sehnsuchtsvollen Klangteppich ihr Können. Schmunzelnd moderierte Ben Meech das neue Stück „In the Jar“, der Geschichte über den Geldtopf der kinderreichen Familie, der sich nach einer kräftigen Wasserrechnung der Gemeinde schnell leerte.

Die eindrucksvollen Songs „Dust will sattle“ und „Fathers eyes“ sind ebenfalls Kompositionen aus der Zeit der Corona-Einschränkungen. 

Auch Ben Meechs  neue  klangvolle und elegante  „Atkin“-Gitarre, die  aus seinem Heimatland England stammt, ergänzte das beeindruckende Zusammenspiel der beiden charismatischen Stimmen und ließ die Gäste eintauchen in viele Facetten der Eltern-,  Kind- und Beziehungsebene. Kilya Vogel-Buira hatte   ihre Liebe zum Piano entdeckt  und präsentierte hier erstmals ein Stück aus ihrer Feder. 

Im zweiten Teil des Konzertes demonstrierte das Duo Coversongs aus mehreren Jahrzehnten zum Mitsingen, Mitklatschen und Tanzen. Selbstverständlich durften sich die Gäste auch ein Lied wünschen. Gastgeberin Pilar Buira-Ferre wünschte sich von den Musikern eines der frühesten Lieder des Duos: „Together“, ein Song für eine emotionale Reise und als Anleitung zum Träumen. Kilya Vogel-Buira und Ben Meech erhielten nach einem fast zweistündigen Konzert einen langen, begeisterten Applaus.

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