Kleines Wiesental „Windstrom für Menschen gefährlich“

Kleines Wiesental-Tegernau - Die Bürgerinitiative „SchwarzwaldGegenwind“ hat bei einer Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle in Tegernau auf die Gefahren von Infraschall hingewiesen. Dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Vortrags von Professor Werner Roos.

Zuvor wurde ein Ausschnitt aus der ZDF-Sendung „planet e“ gezeigt, in der ein Ehe­paar aus Norddeutschland darüber berichtet, dass es offensichtlich durch Windkraft krank geworden sei. Sie wohnen in unmittelbarer Nähe eines 52 Anlagen umfassenden Windparks.

Infraschall liegt in einem Frequenzbereich (eins bis 15 Hertz), den der Mensch nicht wahrnehmen kann. Die Wahrnehmbarkeitsschwelle beginnt bei 16 Hertz. „Aber auch das, was man nicht hören kann, kann schädlich sein“, sagt Professor Werner Roos.

„Durch Infraschall hören Sie Dinge, die Sie nicht gehört haben“, so Roos. Ausgelöst werde dies durch einen von den Infraschallwellen ausgelösten Druck auf die äußeren Haarzellen im Innenohr. „Sie haben den Eindruck, als ob sie seekrank sind, und im Gehirn entsteht der Eindruck: ich bewege mich ständig.“

Die unhörbaren Schwingungen aktivieren laut Roos drei Bezirke im Gehirn. Neben einem Bereich für die Stimmerkennung gehört dazu auch das anteriore Cingulum, über das die Herzfrequenz und der Blutdruck gesteuert wird und die Amygdala, die die emotionale Kontrolle (Angst, Gefahren) reguliert. „Infraschall ändert diese emotionale Kontrolle des Gehirns“, sagte Werner Roos.

Infraschall kann Schwindel verurschen

Zu den Beschwerden, die bei andauernder Belastung mit Infraschall auftreten könnten, gehören laut Roos Kopfschmerz, Schwindel, eine erhöhte Cortisol-Ausschüttung, die zu erheblichen Schlafstörungen führen kann, und eine emotionale Labilität. Risikogruppen seien Kinder, Schwangere und Ältere.

Roos sagt, manche der Aussagen von Windkraftbefürwortern seien falsch. Es stimme nicht, dass es in einem Abstand von 700 Meter zu einer Windkraftanlage keinen von dieser ausgelösten Infraschall mehr gebe.

„Sie können noch im zehn Kilometer Abstand zu einer Windkraftanlage Infraschall nachweisen“, so Roos.

„Abstand ist die einzige Therapie bei Infraschall-Schäden“, sagte Roos.

Der Referent räumte zwar ein, dass auch andere Quellen Infraschall emittieren, zum Beispiel Waschmaschinen. Auch trete er auf nach Naturereignissen wie Erdbeben, Lawinen oder Unwetter.

Aber im Gegensatz zu technischen Quellen, die keine Pulse erzeugen und nur kurzzeitig wirken, sei der von Windkraftanlagen ausgesendete Infraschall gepulst. Letzterer gilt als besonders gefährlich.

Deutlich wurde in dem Vortrag, dass Roos die Energiewende nicht ablehnt. Aber, so Roos, „eine Energiewende ohne Windkraft ist notwendig.“

Fördern müsse der Staat vielmehr Solartechnologie, Wasserstofftechnologie, Wasserkraft und lokale Erzeuger-Verbraucher-Netze.

„Wir müssen auch Braunkohle durch Erdgas ersetzen und Waldflächen und Moore erhalten, die Kohlendioxid speichern“, sagte der Refernet. Notwendig sei es auch, weniger Energie zu verschwenden.

Roos’ Fazit lautete: „Der Windstrom ist für eine moderne Volkswirtschaft nutzlos und für den Menschen gefährlich.“ Für den Satz, der danach folgte, bekam der Referent dann großen Applaus. „Wir müssen die betroffenen Menschen schützen.“

Letzter Redner des Abends war Dieter Neufeld aus Rickenbach, der Windkraft aufgrund zu hoher Kosten für Speicher für unrentabel hält.

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