Kleines Wiesental „Wir sind auf der Überholspur“

Spatenstich für die Breitbandkabelverlegung im hinteren Kleinen Wiesental: Vorarbeiter Sergei Koch, Betriebsleiterin Andrea Böcherer, Bürgermeister Gerd Schönbett, Zweckverbandschef Paul Kempf und Planer Michael Strübe (von links).Foto: Gerald Nill Foto: Markgräfler Tagblatt

Der Spatenstich ist gestern erfolgt: Bald kann auch das hintere Kleine Wiesental mit einem Glasfaserkabel fürs schnelle Internet versorgt werden. Zwischen Tegernau und Bürchau sollen in diesem und im nächsten Jahr 16 Kilometer Kabel in den Boden gebracht werden, um 160 Haushalte ans Netz anzuschließen. Kostenaufwand: Drei Millionen Euro. 

Von Gerald Nill

Kleines Wiesental. Von einem „der großen Projekte im Kleinen Wiesental“ sprach Paul Kempf, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung im Landkreis. Dass sich die kilometerlange Zuleitung für lediglich 160 Haushalte in Holl, Elbenschwand, Langensee und Bürchau nicht wirtschaftlich durchführen lässt, liegt auf der Hand. Deshalb sei der Zweckverband gegründet worden. Kempf erinnert daran, dass die Verkabelung durchs Wiesental von Wembach bis Neuenweg sowie durchs Kleine Wiesental von Schopfheim bis Tegernau bereits erfolgt ist. In Neuenweg verzögerten sich die Hausanschlüsse witterungsbedingt um zwei Monate, merkte er an. 

Mit dem Spatenstich an der Schule in Tegernau beginne nun der Lückenschluss.  Zwei Jahre benötigt die beauftragte Baufirma für die Erdarbeiten. Michael Strübe vom Planungsbüro Südwest betonte, dass der Trassenverlauf so schonend wie möglich gewählt wurde, um Behinderungen, wo machbar, zu vermeiden. So werde der Seitenast nach Elbenschwand auf einem Waldweg mit einem Pflug durchgeführt. An der Landstraße soll die 60 Zentimeter breite Kabeltrasse im günstigsten Fall im Straßengraben verlegt werden. Teilweise würden auch neue Stromleitungen in diesem Zuge mitverlegt, so Strübe.

Kempf informierte, dass die Aufträge für das Teilstück bis Elbenschwand vergeben sind, für das Stück bis Bürchau läuft aktuell die Ausschreibung. Kempf weiter: „Der Glasfasereinzug und die Montage der Netzanschlussboxen in den Häusern werden möglichst schnell nach Abschluss der Tiefbauarbeiten erfolgen.“

Da die Pandemie die geplanten größeren Informationsveranstaltungen verhindert, geht das Planungsbüro auf die Hauseigentümer zu und klärt die Hauseinführung. Erfahrungsgemäß ließen sich 90 Prozent der Haushalte anschließen. Jeder Hausanschluss koste einheitlich 600 Euro für 15 Meter. Noch bevor das Kabel verlegt sei, werden die beiden Internetanbieter Stiegeler und PYUR mit ihrer Werbung und ihren Angeboten auf die Kunden zugehen. 

Das Land fördert das Millionenprojekt mit 60 Prozent. Im Falle der Schule Tegernau, die als erste von über 100 Schulen im Landkreis in ein neues Förderprogramm falle, seien es sogar 90 Prozent der Kosten. 

Bürgermeister Gerd Schönbett war voll des Lobes für den Landkreis: „Dieses Projekt ist eigentlich unglaublich.“ Dass das Kleine Wiesental als Flächengemeinde mit dem Breitbandkabel versorgt werden könne, sei „genial und vorbildlich“. Komplimente gingen auch an den Zweckverband. So sei die Versorgung mit dem Glasfaserkabel  sogar schneller als geplant. „Wir sind auf der Überholspur“, lobte Schönbett. Bei der Frage nach der Entsorgung des Bodenaushubs verwies er an die ausführende Tiefbaufirma. Jeder Krümel Erde werde dazu unter die Lupe genommen.  

Paul Kempf sagte zu, auch die entlegenen Gemeinden im Kleinen Wiesental wie Heubronn, Demberg, Raich und Ried 2022 ans Netz anschließen zu wollen. Den Abschluss werde Sallneck im Jahr 2023 bilden. 

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