Konzert in Grenzach-Wyhlen Bassposaune hört man nicht alle Tage

Rolf Reißmann
Das Big Sound Orchestra wurde bei seinem Auftritt im Grenzacher Haus der Begegnung von Sängerin Isa Morgenstern (links) und Erik van Lier (am Pult) unterstützt. Foto:  

Das Big Sound Orchestra (BSO) bringt mit Erik van Lier eine echte Kapazität zu seinem Konzert mit.

Man kann sich eigentlich darauf verlassen, dass das BSO immer jemand Namhaften „im Gepäck“ hat. Diesmal war es der Niederländer Erik van Lier. Wieder mal. Denn bereits im Jahr 1995 war der Bass-Posaunist auf der Bühne im Haus der Begegnung in Grenzach gestanden. Beim Konzert am Sonntagabend übernahm er gleich die Leitung des Orchesters. David Grottschreiber, Dirigent des BSO, stellte van Lier vor und ging dann wieder von der Bühne.

Dreitägiger Workshop

Drei Tage lang hatten die Musiker mit ihrem Gast bei einem Workshop geprobt und dieses Konzert vorbereitet. Dass der in den USA und in Europa gleichermaßen erfahrene van Lier viel zu vermitteln hatte, stand von Anfang an fest. Seine Erfahrungen betreffen sowohl die solistischen Auftritte als auch die Orchesterleitung. Mehrfach arbeitete er auf beiden Kontinenten als Bandleader, ebenso als Musikpädagoge. Zeitweise wirkte van Lier im deutschen Bundes-Jazzorchester mit.

Raum für alle Register

Das Programm in Grenzach begann er mit Kompositionen und Arrangements von Peter Herbolzheimer. Daran schloss sich eine Auswahl europäischer und amerikanischer Titel an. Van Lier führte das Orchester ruhig und dennoch dominant. Immer wieder achtete er darauf, dass die Blechbläser genügend Raum für die leisen Instrumente ließen. So kamen Klavier, Gitarre und Kontrabass mehrfach herausgehoben zur Geltung.

Zweimal griff van Lier zur Bassposaune und spielte sanft, regelrecht feinfühlig. Bei seinen Erläuterungen zum Programm wies er mehrfach darauf hin, dass zwar Trompeten, Posaunen und Saxofone wohlklingende Instrumente seien, doch am besten sei immer noch die Stimme. Er warb damit für die Gesangstitel, von Isa Morgenstern souverän und überzeugend gestaltet. Die etwa 200 Zuhörer im Haus der Begegnung quittierten alle Stücke mit großem Beifall. Das gemeinsam vom Verein für Heimatgeschichte und der Volkshochschule veranstaltete Konzert hielt, was es versprach, und begeisterte einmal mehr das Big-Band-Publikum in Grenzach-Wyhlen. Für Erik van Lier war dieser Auftritt nur eine Durchgangsstation, denn er geht in den kommenden Tagen mit seinem langjährigen musikalischen Partner Joe Haider auf eine Tournee. Die beiden über 80- und sogar über 90-jährigen Musiker finden damit nach etlichen getrennten Projekten wieder einmal zusammen.

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