Kreis Lörrach Abgesang auf Traditionsgaststätte

Die „Sängerhalle“, eine Alt-Rheinfelder Traditionsgaststätte, soll einer Wohnbebauung weichen, wie im Bau- und Umweltausschuss bekannt wurde. Fotos: Ulf Körbs Foto: Die Oberbadische

Sie gehört zur Historie Rheinfeldens, doch sie wird bald Geschichte sein: die Gaststätte „Sängerhalle“ an der Emil-Frey-Straße. Sie soll einer Wohnbebauung weichen. Bekannt geworden ist die neue Entwicklung während der öffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses.

Von Ulf Körbs

Rheinfelden. Eigentlich ging es um die „Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans“ für eine Spiel- und Gewerbehalle an der Peter-Krauseneck-Straße. Dahin soll nämlich die bisherige Spielothek Flair umziehen. Und das griechische Restaurant „Dionysos“ residiert schon seit einigen Monaten im ehemaligen Café Paul an der Karlstraße. In der Sängerhalle, einst ein in der Löwenstadt fast schon legendärer Tagungsort, residiert allenfalls noch das Hotel Garni.

Interessant für Wohnbebauung

„Das Areal an der Emil-Frey-Straße sollte städtebaulich anderweitig genutzt werden“, empfahl Oberbürgermeister Klaus Eberhardt dem Ausschuss. Das Grundstück sei interessant für eine Wohnbebauung, meinte er. Die Verlegung der Flair-Vergnügungsstätte sei also „gesamtstättisch von Bedeutung.“ Zudem würde die Ballung solcher Angebote in dem Quartier, es gibt noch je ein Wettbüro in der an der Elsa-Brändström- und der Werderstraße, entzerrt. In der Stadt heißt es übrigens, dass das Grundstück vom Betreiber der Spielothek erworben worden ist.

SPD-Fraktion kritisiert neuen Flair-Standort

Diese Häufung war zuvor seitens der SPD kritisiert worden, als es um das Vergnügungsstättenkonzept in der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Gremiums für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung ging (wir berichten noch). Aber auch der neue Flair-Standort an der Krauseneck-Straße stieß bei den Sozialdemokraten auf ein gewisses Unbehagen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Haus der Chrischona-Gemeinde, das von Jugendlichen in einer Pflegefamilie bewohnt wird. Letzteres sei gesetzlich aber nicht mit einer Einrichtung wie eine Schule oder Kinderbetreuungsstätte gleichzusetzen, erklärte Tobias Reichenbach von der Stadtplanungs- und Umweltabteilung der Stadtverwaltung.

Fraktionen wollen sich nochmals beraten

Dennoch bat die SPD um Vertagung eines Beschlusses, da sie eine weitere Beratung in der Fraktion benötige. Gleiches gilt auch für die Christdemokraten. Deren Sprecher Dieter Meier gab einerseits zu bedenken, dass das Areal des mittlerweile geschlossenen OZ-Drucks (wir berichteten) „auf eine Nachnutzung drängt“. Andererseits würde die neue Spielothek in der Nähe zu den Gemeinschaftsunterkünften an der Schildgasse und der Römerstraße liegen. Er meinte: „Wir sollten überlegen, ob wir vielleicht ein falsches Signal setzen.“ Doch auch hinsichtlich der beiden Gemeinschaftsunterkünfte konnte Reichenbach keine Konflikte erkennen. Zum einen sei das Vorhaben hinsichtlich der Flüchtlingsunterbringung gesetzlich durchaus statthaft. Zum anderen gebe es in einem Radius von maximal 600 Metern, nämlich schon eine Spielhalle, und zwar an der Ochsenmattstraße.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Newsticker

blank

Umfrage

Weihnachtsbäume

Achten Sie beim Kauf des Weihnachtsbaums darauf, ober dieser unter kontrolliert ökologischen Bedingungen kultiviert wurde?

Ergebnis anzeigen
loading