Kreis Lörrach - Starkes Interesse fand im Hebelsaal des Dreiländermuseums der Fachtag „Die Zukunft des Alterns“. 70 Experten und Laien aus Verbänden, Behörden und Schulen beleuchteten auf Einladung der Diakonie ein Thema das nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung immer mehr Bedeutung erfährt.

Für die immer älter werdenden Menschen wäre es gewiss ein Segen, wenn sie länger aktiv zum Gelingen des eigenen und des Lebens der anderen und der kommenden Generation beitragen könnten. „Alte Weise“, so hieß es, gehörten nicht aufs Abstellgleis. Sie sollten freiwillig länger mitarbeiten, den Jungen zuarbeiten und sie dabei von ihrer Erfahrung profitieren lassen.

Ein Alter in Würde war immer und könnte noch heute Ziel und Höhepunkt des Lebens sein. „Wir müssen uns nur darum bemühen“, betonte eine Teilnehmerin der Fachtagung im Rahmen des von der Evangelischen Landeskirche geförderten Projekts „Was ich im Herzen trage“ (wir berichteten).

Mit hoher Kompetenz

Die Mitarbeiter der Diakonie haben bei der Begleitung alter Menschen eine hohe menschliche und fachliche Kompetenz gewonnen. Einfühlsam skizzierte die Pädagogin Renate Schwedes „Altersbilder“ in ihren reichhaltigen Facetten. Beispielhaft nannte Schwedes den Abschied von Ehegatten, Freunden und Verwandten, aber auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod. Grundsätzlich riet sie: „Hüten Sie sich vor negativen Altersbildern.“

Die Wissenschaft

Aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtete Professorin Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Fachhochschule Freiburg das Thema. Zentrale Botschaft der Gerontologin: Wirtschaft und Gesellschaft sind auf die aktive Beteiligung und Potenziale, über die vor allem die „neuen Alten“ inzwischen sehr umfänglich verfügten, dringend angewiesen. In der nachberuflichen Phase sind nach Ansicht der Professorin viele Entwicklungschancen bislang nicht genutzt worden. Sie beschwor deshalb die „öffentliche Verantwortung“, diese Aufgabe wahrzunehmen, wenngleich das Recht auf Bildung für Ältere nirgendwo verbindlich verankert sei.

Gemeinsam planen

„Wir müssen zusammen mit den älteren Menschen planen und dürfen nicht über deren Köpfe hinweg entscheiden“, erklärte Robert Müller, Leiter der Stabsstelle „Altenhilfe“ im Landratsamt. Er beschrieb die bisherigen Anstrengungen in der Teilhabeplanung. Angesichts der Herausforderung seien in Bund, Land und Kommune alle Kräfte gefragt, „gemeinsam in die gleiche Richtung zu gehen“.