Kreis Lörrach Klimaschutz und Zusammenhalt als große Ziele

Josha Frey (Grüne) war am Wahlabend mit seinem Ergebnis, das über dem Landesschnitt der Grünen liegt, der klare Gewinner im Wahlkreis Lörrach 58. Foto: Kristoff Meller

Kreis Lörrach - Josha Frey hat mit 35,8 Prozent der abgegebenen Stimmen am Sonntag seinen Sitz im Landtag für den Wahlkreis Lörrach 58 deutlich verteidigen können. Denis Bozbag hat sich mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten über sein gutes Abschneiden bei der Wahl sowie über die Förderung des demokratischen Austauschs auf kommunaler Ebene unterhalten.

Frage: Herr Frey, befinden Sie sich noch im Freudentaumel über Ihr sehr gutes Ergebnis im Wahlkreis Lörrach 58?

Freudentaumel ist jetzt übertrieben. Nein, ich bin natürlich mit dem Ergebnis zufrieden und erleichtert darüber, dass ich mein Ziel erreichen konnte, bei dieser Wahl über 35 Prozent der Wählerstimmen zu kommen.

Zudem habe ich am Wahlabend das Abschneiden meiner Kollegen in den anderen Wahlkreisen aufmerksam mitverfolgt. Einige neue Gesichter werden für die Grünen in den Landtag einziehen können. Daniela Evers ist zum Beispiel die klare Siegerin der Landtagswahl im Wahlkreis 46 Freiburg I (Ost). Die 49-jährige Rechtsanwältin aus Titisee-Neustadt hat gleich bei ihrem ersten Antreten mit 40,2 Prozent das Direktmandat geholt.

Frage: Wie erklären Sie sich die Zugewinne ihrer Partei nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen Wahlkreisen?

Ich bin überzeugt, dass der Klimaschutz mit all seinen Teilaspekten der Mobilitäts-, Energie- und Wärmewende hier im Land auf eine starke Resonanz bei den Bürgern stößt. Zudem hat unsere Landespolitik in den vergangenen Jahren sehr gut vorgelegt und den sozialen Zusammenhalt und die Innovationskraft des Landes stets im Blick gehabt.

Frage: Zusammenhalt war auch ein Begriff, der in Ihrem Wahlslogan vorgekommen ist. Können Sie erklären, warum Sie ihn gewählt haben?

Der Rechtspopulismus ist für mich noch immer eine unterschätzte Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden. Von der AfD wurde auf dem Rücken der Corona-Pandemie versucht, weiter einen Keil durch die Gesellschaft zu treiben.

Diesen Umtrieben kann nur durch Entschlossenheit entgegengewirkt werden. Ich selber musste mich schon gegen Angriffe von der extremen Rechten auf meine Person und Politik zur Wehr setzen.

Daher ist mir die enorme Bedeutung einer politischen Verbundenheit zu den freien demokratischen Werten immer wieder vor Augen geführt worden. Den sozialen Zusammenhalt werden wir für eine gute Klimapolitik auf Landes- und kommunaler Ebene brauchen.

Frage: Wie lassen sich beim Thema Klimaschutz alle Gruppen und ihre Anliegen ausreichend berücksichtigen?

Die Regierungspolitik der Grünen im Land ist lösungs- und sachorientiert. Das bedeutet, alle Interessengruppen an einen „Runden Tisch“ zu holen. Damit meine ich die Verbraucher, die Wirtschaftsverbände, den Handel und die Klimaschutzgruppen. Der gemeinsame Dialog kann nicht nur eine Austauschplattform für alle Beteiligten sein, sondern auch der Ausgangspunkt ganz konkreter Maßnahmen, die man in die Wege leiten will.

Ein Beispiel für eine gute Arbeit am „Runden Tisch“ ist für mich das gemeinsam erarbeitete Eckpunktepapier zum Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“. Ein „Runder Tisch“ aus Vertretern der Ministerien, des Trägerkreises des Volksbegehrens sowie sämtlichen im Land aktiven Landwirtschaftsverbänden hat einen konkret formulierten Gesetzentwurf zustande gebracht. Diesem Entwurf stimmten auch alle am „Runden Tisch“ vertretenen Akteure zu.

Auf Landesebene gilt es nun, die sich aus dem Wahlergebnis ergebenden Koalitionsoptionen gut auszuloten. In den Verhandlungen wird es ein klares Ziel geben: Den Klimaschutz weiter voranzutreiben und für den Zusammenhalt einzustehen, um die avisierten Klimaziele recht bald erreichen zu können.

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