Kreis Lörrach Anbindung an Wirtschaft bewahren

Die Oberbadische, 14.11.2017 17:15 Uhr

Andreas Stoch, Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und früherer Bildungsminister, hat dieser Tage die Duale Hochschule in Lörrach besucht, um sich über die baden-württembergische Hochschulpolitik und ihren Einfluss auf die Praxis vor Ort zu informieren.

Kreis Lörrach. Den Besuch vermittelte der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger, welcher ihn gemeinsam mit dem SPD-Kreisvorsitzenden Philipp Schließer beim Gespräch mit dem Rektorat der DHBW Lörrach begleitete, wie die Hochschule gestern mitteilte.

Rektor Theodor Sproll stellte seinen Gästen die äußerst erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre und die Perspektive der DHBW vor. Diese setzt weiterhin auf ihr duales Studienmodell sowie das Regionalitätsprinzip: Ein Großteil der rund 750 dualen Partner – Firmen, die Studenten an der DHBW ausbilden – komme aus der Region. Die Mehrheit davon Mittelständler, die Arbeitsplätze und Wohlstand vor Ort schaffen. Die Studienanfängerzahlen bewegen sich seit mehreren Jahren stabil auf sehr hohem Niveau – mehr als 700 Studienanfänger dieses Jahr, obwohl nach den doppelten Abitursjahrgängen ein Absinken erwartbar gewesen wäre. Dies zeige die Zufriedenheit mit dem Erfolgsmodell DHBW.

Schwierig seien der finanzielle Rahmen der Hochschule und die im Hochschulfinanzierungsvertrag 2015 bis 2020 zugewiesenen Mittel des Landes gewesen. Dank gutem Haushalten und realisierten Einsparungen sei man, sagte Sproll, zwar in der Lage, die Qualität hochzuhalten. Investitionen in neue Projekte seien aktuell jedoch leider ebenso wenig möglich, wie der Start neuer Studiengänge. Stoch und Stickelberger sagten zu, sich mit der SPD-Landtagsfraktion für eine angemessenere Grundfinanzierung der Dualen Hochschulen einzusetzen. Um ihre Stärken der engen Anbindung an die regionale Wirtschaft, ihre Flexibilität, um mit neuen Studiengängen auf Trends zu reagieren und die Möglichkeit auch in nicht-großstädtischen Räumen zu studieren, zu erhalten, müsse sie auch entsprechend finanziert werden.

Stickelberger fand es bedauerlich, dass innovative neue Studiengänge wie Pharmatechnik, der hervorragend in die Regio passen würde, aus Spargründen noch nicht starten könnten. Thematisiert wurde auch das sich gegenwärtig in der Verabschiedung befindliche Gesetz zur Weiterentwicklung des Hochschulrechts. Nach Ansicht des Rektorats bilde dies durch die vorgesehenen Anpassungen nicht ausreichend das Prinzip der Dualität an der Dualen Hochschule und hier insbesondere der Stellenwert der Dualen Partner ab. Damit liefe die DHBW das Risiko, ein Stück weit ihre enge und besondere Anbindung an die regionale Wirtschaft zu verlieren. Stoch und Stickelberger sagten zu, sich im Landtag dafür einzusetzen, die Besonderheiten der DHBW im neuen Landeshochschulgesetz zu berücksichtigen.

 
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