Neue Perspektiven für Menschen ohne Arbeit werden unter dem Patronat des Vereins zur Förderung der beruflichen Bildung Lörrach (bbv) angeboten. Gestern startete eine weitere, vom Jobcenter Lörrach und dem Europäischen Sozialfond geförderte Maßnahme „Regionales Bündnis gegen Langzeitarbeitslosigkeit RBL 2017“.

Kreis Lörrach. „Ich bin total begeistert“, verweist bbv-Geschäftsführer Norbert Uttner auf bisherige positive Erfahrungen mit dem Programm. Schon 2015 und 2016 gab es 213 Profilings. 110 Frauen und Männer wurden danach vom Jobcenter zugewiesen.

Bei 27 Personen konnte eine sogenannte direkte Arbeitswirkung erzielt werden. Weitere 21 Absolventen sammelten Kenntnisse über ein betriebliches Praktikum – mithin (erste) erfolgreiche Ausbrüche aus einem elenden Teufelskreis.

Facettenreich sind die Schulungsthemen in den verschiedensten Berufszweigen. Eines von mehreren begleitenden Modulen heißt: „Das Leben meistern.“ Hinzu kommen sozialpädagogische Betreuung und Gesundheitstraining, denn viele Langzeitarbeitslose sind aufgrund fehlender Perspektiven in eine körperliche und/oder seelische Schieflage geraten.

„Wir aktivieren Stärken und erreichen eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation“, freut sich Uttner über bisherige Erfolge im Trägerbund „Ausbildung, Berufshilfe, Beschäftigung, Qualifizierung“ (ABBQ), zu dem die Afa gGmbH und die JWW (beide Weil am Rhein) sowie die PVD Lörrach, die SAK Land & Bau gGmbH und die bbv-Akademie Lörrach gehören.

Das Programm erstreckt sich über acht Monate mit drei Abschnitten. Im Januar erfolgte das Profiling mit Zuweisung von 25 Teilnehmern durch das Jobcenter. Gestern startete die Arbeit bei den Trägern. Von Juli bis Ende September erfolgen die betriebliche Erprobung bei Arbeitgebern oder der weitere Einsatz bei den Trägern.

„Wir berücksichtigen stets die persönliche Belastbarkeit der Teilnehmer“, unterstreicht Uttner die Notwendigkeit der individuellen Förderung. Als Vergütung erhalten die Teilnehmer eine Essenspauschale in Höhe von fünf Euro je Anwesenheitstag. Pro Monat winken zwei Urlaubstage.

Als Bereichsleiter Markt & Integration beim Jobcenter des Landkreises begrüßt der stellvertretende Geschäftsführer Dirk Werner das Gesamtangebot. Er verweist auf die besondere Situation der Langzeitarbeitslosen mit zum Teil enormen Vermittlungshemmnissen.

Häufigste Probleme, so Werner, ergäben sich aus gesundheitlichen Einschränkungen, höherem Lebensalter sowie mangelnden Deutschkenntnissen, fehlenden Ausbildungs- und Schulabschlüssen und Geldschulden. 40,2 Prozent der gegenwärtig 2166 arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer im Landkreis gelten als langzeitarbeitslos.