Kreis Lörrach „Auch mal einen Sabbat gönnen“

Die Bezirkssynode Markgräflerland erörterte in Lörrach die Zukunft der Kirche im Dreiländereck. Foto: Peter Ade

Kreis Lörrach - Die Kirche der Zukunft stand im Fokus intensiver Beratungen der Bezirkssynode des evangelischen Kirchenbezirks Markgräflerland. Die Synodalen trafen sich am Samstag im Paul-Gerhardt-Saal der Christuskirche in Lörrach zu angeregten Gesprächen.

Der Bezirkskirchenrat (BKR) berät und beschließt entscheidende Angelegenheiten des kirchlichen Lebens: Eine Gemeinde sucht einen neuen Pfarrer/eine neue Pfarrerin – die Ausschreibung wird im Rat diskutiert. Ebenso werden strukturelle Veränderungen in den Grundlinien beraten und inhaltliche Schwerpunkte entwickelt. Der Haushalt wird vorbereitet, und auch die Visitationen werden von BKR-Mitgliedern durchgeführt.

Um derlei Themen ging es am Samstag in Lörrach allerdings nicht. Vielmehr stand als Fragestellung im Mittelpunkt: „Wir sind gemeinsam unterwegs: Woher kommen wir? Wo stehen wir? Wohin gehen wir?“ In regionalen Arbeitsgruppen wurde lebhaft diskutiert.

Viele Kirchenaustritte

Dekanin Bärbel Schäfer formulierte den Kernauftrag: „Wie kann angesichts gewaltiger Herausforderungen Kirche im Dreiländereck aussehen?“ Im Pressegespräch verwies sie auf stark rückläufige Mitgliederzahlen. In den letzten elf Jahren hätten im Kirchenbezirk Markgräflerland 4000 Menschen die Kirche aus unterschiedlichen Gründen verlassen.

Nach Ansicht Schäfers ist die Schrumpfung allerdings nicht ausschließlich auf die Abkehr vom Glauben zurückzuführen. „Die demografische Entwicklung trägt ebenfalls deutlich dazu bei, dass die Mitgliederzahlen rückläufig sind.“

Angesichts dieser Entwicklung müsse in den Gemeinden und auch gemeindeübergreifend intensiv über zukünftige Gestaltungsfragen diskutiert werden. Und: „Dem Ehrenamt kommt immer größere Bedeutung zu“, verweist Schäfer auf den engagierten Einsatz freiwilliger Frauen und Männer, denen kirchliches Leben am Herzen liege.

Auch Visionen gefragt

Auch Visionen seien gefragt, wehrt sich die Dekanin gegen die flapsige Bemerkung, wer Visionen habe, sollte zum Psychiater gehen. Vielmehr sei es immens wichtig, gemeinsam in die Zukunft zu schauen und Lösungsansätze zu erarbeiten.

Ganz in diesem Sinn arbeitete die Bezirkssynode bei ihrem jüngsten Treffen. In Gruppen wurde eifrig diskutiert – über Jugend- und Altenarbeit, die Gestaltung von Gottesdiensten und Freizeiten und nicht zuletzt die Notwendigkeit regelmäßiger Treffs auf Gemeindeebene.

Schäfer weiß: „Die Arbeit ist zeitintensiv.“ Doch die Frauen und Männer seien mit Freude dabei. Ohne diesen Einsatz gebe es kein aktives Leben in den Gemeinden. Die Dekanin sagt allerdings auch: „Überfordern dürfen wir unsere Ehrenamtlichen nicht. Es ist in Ordnung, wenn sie sich hin und wieder einen Sabbat gönnen.“

Viele Mitglieder

Den Kirchenbezirk Markgräflerland gibt es seit 1. Januar 2010. Er ist einer der größten innerhalb der Landeskirche Baden. Dementsprechend hat die Synode viele Mitglieder: rund 120.

Nur wenige kirchliche Räume (außer den Kirchengebäuden selbst) bieten genügend Platz, um die Bezirkssynode aufzunehmen. Sie tagte schon in Schloss Beuggen, im Schopfheimer Gemeindehaus, im Saal der Alten Feuerwache und neuerdings wieder im Paul-Gerhardt-Saal der Lörracher Christuskirche.

In der Regel trifft sich die Bezirkssynode zweimal jährlich, hinzu kommen ein bis zwei Sitzungen der Synodalen der jeweiligen Regionen Schopfheim, Lörrach-Rheinfelden und Weil-Kandertal-Rebland.

Zuletzt wählte die Bezirkssynode aus ihrer Mitte eine zuvor festgelegte Anzahl theologischer und nichttheologischer Mitglieder in den BKR. Außerdem gehören dem Gremium kraft Amtes der Dekan beziehungsweise die Dekanin an.

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