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Kreis Lörrach Aus den roten Zahlen kommen

Michael Werndorff
Die Kreiskliniken stehen wirtschaftlich schlecht da. Problematisch ist es zum Teil auch bei den Tochtergesellschaften. Foto:  

Das medizinische Versorgungszentrum Landkreis Lörrach ist fern von der Gewinnzone – nach wie vor steht ein Defizit unter dem Strich. Nun soll Maßnahmen zur wirtschaftlichen Verbesserung ausgelotet werden.

Einstimmig hat der Verwaltungsausschuss dem Kreistag den Beschluss der Wirtschaftspläne 2024 der Tochterunternehmen der Kliniken GmbH empfohlen. Konkret geht es um die Kliniken Lörrach Service Gesellschaft, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Landkreis Lörrach, die Med Zentrum Verwaltung Lörrach GmbH Komplementär und die Med Zentrum GmbH & Co. KG.

Das MVZ wirtschaftet nach wie vor defizitär, wie Klinikengeschäftsführer Udo Lavendel dem Gremium jüngst berichtete. Im Wirtschaftsplan wird für das laufende Wirtschaftsjahr mit einem Defizit in Höhe von 184 000 Euro gerechnet, nachdem in den Vorjahren Verluste von 193 000 (2023) und 235 000 (2022) zu bilanzieren waren. Der Grund: Die Umsatzerlöse können nicht Schritt halten mit dem steigenden Personalaufwand, wie Lavendel erläuterte. Und: Das MVZ stand zudem nicht im Fokus der Restrukturierung.

Wegen der anhaltend negativen Entwicklung des MVZ und der Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Versorgung (Stichwort ambulante Anlaufstelle in Rheinfelden) sollen Maßnahmen zur wirtschaftlichen Verbesserung in den Blick genommen werden. „Wir haben das Defizit des MVZ zu spät in den Fokus gerückt“, kommentierte Marion Caspers-Merk (SPD) den Wirtschaftsplan. Es dürfe nicht sein, dass man drauflege. Ihr zufolge sollten Gehälter und Boni diskutiert werden. Kurzum: „Die medizinische Primärversorgung muss kostenneutral organisiert werden.“

Das MVZ werde auf Dauer eine größere Rolle spielen, betonte der Klinikengeschäftsführer. Dies insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und vieler offener Arztsitze im Landkreis Lörrach. Derzeit sind 27 Hausarztsitze unbesetzt. Finanziell besser steht es um die Kliniken Lörrach Service Gesellschaft. Für das Geschäftsjahr 2024 ist nach 111 000 Euro im Vorjahr ein positives Ergebnis von 122 000 Euro vorgesehen, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Bei der Planung der Personalkosten sei für die Servicegesellschaft (die über den Haustarifvertrag dem Tarifbereich TVöD angelehnt ist) die gleiche Tarifsteigerung wie in der Klinik angenommen. Nachbesetzungen von Reinigungs- oder Küchenmitarbeitern, welche bislang noch in den Klinikgesellschaften angestellt waren, fänden nun über die Service GmbH statt, heißt es weiter.

Im Bereich der externen Reinigungsaufträge hätten sich keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Ein Ausbau der Reinigungsdienstleistung an weitere externe Kunden sei im laufenden Jahr nicht geplant. Zweck der Service Gesellschaft ist es, Dienstleistungen für die Klinik bereitzustellen, insbesondere Reinigungsleistungen, aber auch die Anstellung von Personal im Bereich der Verpflegung und allgemein angelernter Berufsgruppen. Derzeit ist beim Finanzamt ein Antrag auf Auskunft in Bezug auf Umstellung der Service GmbH in eine gemeinnützige GmbH gestellt, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht.

Derweil befinden sich die Kreiskliniken in einem Umstrukturierungsprozess: Ein erster Meilenstein laut Klinikleitung ist der Umzug des Klinkstandorts Rheinfelden nach Lörrach. Durch die Verlagerung der Orthopädie an den Standort in Lörrach werde für die Patienten eine hochwertigere Diagnostik an einem Standort ermöglicht. Komplexbehandlungen von älteren Patienten könnten durch die Verbindung von Akutgeriatrie und Alterstraumatologie fokussiert an einem Ort erfolgen, informierten die Kreiskliniken.

In Lörrach werden ab dem 19. April Patienten der Viszeral-Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Kardiologie, Gastroenterologie (Innere Medizin), Neurologie und Geriatrie versorgt.

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