Kreis Lörrach Ausgleichsflächen sorgen für erhitzte Gemüter

Kreis Lörrach - Eine breite Palette an Themen wurde in der jüngsten Mitgliederversammlung des BLHV-Kreisverbandes Müllheim im Winzerkeller Auggener Schäf angesprochen. Kreisvorsitzender Michael Fröhlin begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Anwesend war auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann, Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

In seinem Rückblick auf das vergangenen Jahr nannte Fröhlin die Wettextreme als sehr belastend für die Landwirtschaft. Und die Dürrehilfen seien mager ausgefallen: Im Bereich Breisgau und Lörrach hätten ganze zwölf Betriebe einen Zuschuss für Ernteausfälle erhalten.

Der für Europa ab 2020 geltenden gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) steht der BLHV zwiegespalten gegenüber. Einerseits biete das Zwei-Säulen-Modell eine Vereinfachung in der Umsetzung von Verwaltungsvorschriften, andererseits komme dann ein „gnadenloser freier Wettbewerb“, der den Landwirten in kleinteilig strukturierten Regionen wie Südbaden erheblich zu schaffen macht. Fröhlin appellierte an die Fachbereichsleiter der Behörden, Rückgrat zu zeigen und die Interessen der Landwirte wahrzunehmen: „Wir stehen immer am Ende der Kette“, stellte der Kreisvorsitzende fest. Auch dann, wenn es um die vom Handel diktierten Niedrigpreise gehe.

Mit einer Grafik machte er deutlich, wie stark die Ausgaben für Lebensmittel in den Haushalten gesunken sind: Heute werden noch 14 Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben, im Jahr 1900 waren es noch 55 Prozent.

Ein besonders drängendes Problem für die Landwirte im Oberrheingebiet ist nach Fröhlin der stetige Schwund der Anbauflächen. Große Neubaugebiete und vielerlei Ansprüche an Ausgleichsflächen schnüren nach Fröhlin den Landwirten die Existenzgrundlage ab. Besonders drastisch ist die Lage im Bereich der Rheintalbahn, wo durch die Um- und Ausbaumaßnahmen große Ausgleichsflächen erforderlich werden. Bei der Kritik an kleinräumigen Ausweisungen von Ausgleichsflächen erhielt er Unterstützung von Hoffmann: Sinnvoller wäre es, den Ausgleich über einen Fond zu regeln, in den je nach verbrauchter Fläche eingezahlt werden soll. Daraus könne man dann sinnvollere und größer angelegte Maßnahmen finanzieren, meinte der Abgeordnete.

Positiv beurteilte Fröhlin die Ausbildungssituation im landwirtschaftlichen Bereich: In der Freiburger Berufsschule werden derzeit im ersten Lehrjahr 20 Landwirte und 16 Winzer unterrichtet, im zweiten Lehrjahr sind 19 Landwirte und 27 Winzer und im dritten Lehrjahr gibt es 19 Landwirte und 20 Winzer. Aber auch hier schlägt der Fachkräftemangel bereits durch, so dass viele Lehrerstellen nicht besetzt werden können.

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