Kreis Lörrach Begleitung auf dem letzten Weg

Die Oberbadische, 14.02.2018 17:04 Uhr

Das Hospiz am Buck in Lörrach-Stetten ist eine Anlaufstelle für Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und sich auf den Tod vorbereiten wollen. Seit dem Jahr 2010 gibt es die Einrichtung bereits, die Menschen aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut aufsuchen.

Kreis Lörrach. Wie der Stand bei der geplanten Erweiterung des Hospizes ist und wo es bei der Pflege Schwerstkranker noch Nachholbedarf gibt, darüber hat sich Adrian Steineck mit Klauspeter Huck, dem Vorsitzenden des Förderkreises Hospiz am Buck, unterhalten.

Frage: Das Hospiz soll im kommenden Jahr von sechs auf acht Plätze erweitert werden. Sind die Arbeiten im Zeitplan?

Die Arbeiten laufen über die Hospiz-GmbH, wir vom Förderkreis sind nur für die Innenausstattung zuständig. Derzeit sind noch mehrere Standorte im Gespräch. Wir wollen dieses Jahr in die Planung gehen. Die eigentlichen Arbeiten sollen dann nicht länger als vier Monate dauern.

Frage: Dann werden die neuen Plätze nicht an das bestehende Hospiz angegliedert?

Nein, aber das jetzige Erdgeschoss wird neu einbezogen, und es wird ein Durchbruch geschaffen, der die Zimmer leichter erreichbar machen soll.

Frage: Konnten Sie den Schwung aus dem vergangenen Jahr, in dem der Förderkreis sein 15-jähriges Bestehen gefeiert hat und zahlreiche neue Mitglieder gewinnen konnte, auch in das neue Jahr mitnehmen?

Ja, der erfreuliche Mitgliederzuwachs hält weiter an. Im vergangenen Jahr haben wir die angepeilte Marke von 1111 Mitgliedern knacken können, derzeit haben wir 1175 Unterstützer. Auch das Spendenaufkommen ist derzeit sehr erfreulich.

Frage: Wie sieht es bei der Palliativmedizin, also der Schmerztherapie, aus? Diese war ja in der Vergangenheit ein Thema, für das sich der Förderkreis eingesetzt hat.

Es ist uns ein Anliegen, dass die Palliativversorgung im Landkreis möglichst schnell anläuft. Das würde von der Region her passen, denn ähnliche Angebote gibt es sonst erst wieder in Freiburg. Es gibt wohl auch Ansätze, aber dazu kann ich noch nicht mehr sagen.

Frage: Wie groß ist denn das Einzugsgebiet der Einrichtung?

Es kommen Gäste aus dem gesamten Landkreis Lörrach, sogar bis nach Müllheim reicht das Einzugsgebiet. Aus dem Landkreis Waldshut kommen vor allem Gäste aus Bad Säckingen und Waldshut, die etwa 15 Prozent an unseren Besuchern ausmachen.

Frage: Was sind die Voraussetzungen, um im Hospiz am Buck einen Platz zu erhalten?

Man muss eine schwere Erkrankung im Endstadium haben, und die Behandlung muss eingestellt worden sein. In den meisten Fällen handelt es sich bei unseren Gästen um Krebs- und Tumorpatienten, aber es gibt auch andere Erkrankungen.

Frage: Wie stark ist das Bewusstsein für das Hospiz bei den Betroffenen selbst und ihren Angehörigen ausgeprägt? Für kranke Menschen könnte der Gang ins Hospiz ja auch gleichbedeutend mit einer Kapitulation sein.

Natürlich würde jeder Mensch am liebsten zuhause sterben. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Aber wir beobachten, dass es auch ein Aufklärungsdefizit gibt, dem wir aber entgegenwirken, etwa indem wir Besichtigungen des Hospizes anbieten. Wir sind eine Herberge, und die Angehörigen gehen in der Regel mit einem Lächeln nach Hause. Die Sterbenden selbst sind besser versorgt als in einem häuslichen Umfeld, denn sie können mitten in der Nacht auf einen Not-Knopf drücken, und dann ist jemand für sie da. Es ist also kein Abschieben von Seiten der Angehörigen, sondern eine Möglichkeit für den Betroffenen, sich in Ruhe abseits eines durchgetakteten Tagesablaufs auf den Tod vorzubereiten.

Frage: Wie sieht es mit den Kosten aus?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 95 Prozent des Pflegesatzes. Zusatzangebote wie Atemtherapien oder Kosten, die etwa durch unbelegte Tage entstehen, übernimmt der Förderkreis. Auch die ehrenamtlichen Helfer stellen wir ein. Es entstehen also für den Gast selbst nur die Kosten, die er auch zuhause hätte, etwa durch Arztrezepte.

Frage: Aber bekommt man im Notfall überhaupt auf die Schnelle einen Hospizplatz?

Wir führen eine Warteliste, in der nach der Dringlichkeit der Fälle entschieden wird. Das sind natürlich Entscheidungen, die sich unsere Mitarbeiter nicht leicht machen. Was rechtlich nicht geht, ist, dass jemand aus dem Pflegeheim direkt zu uns kommt. Sehr oft aber nehmen wir Menschen aus dem Krankenhaus auf. Was mich aber immer wieder überrascht und erfreut: Selbst wenn es bei manchen Menschen nur noch um Tage geht, die sie zu leben haben, sind sie doch dankbar für die Zeit, die sie bei uns verbringen können, und die Betreuung. Man könnte vielleicht sagen: Das Hospiz ist in einer schlimmen Situation eine gelungene Sache.

Weitere Informationen: Näheres zum Hospiz am Buck, Joseph-Rupp-Weg 7 in Lörrach, finden Interessierte im Internet unter www.hos­piz-am-buck.de und www.foerderkreis.hospiz-am-buck.de.

 
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