Kreis Lörrach/Berlin/Bonn "Schwerste Entscheidung in meinem Berufsleben"

Armin Schuster - aktuell CDU-Bundestagsabgeordneter, künftig oberster Katastrophenschützer (Archivfoto). Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach/Müllheim/Berlin/Bonn - Nun ist es amtlich: Armin Schuster wird voraussichtlich im November Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Bereits am Wochenende machten entsprechende Informationen die Runde, gestern Abend dann kam die Bestätigung von Innenminister Seehofer, und auch Armin Schuster selbst äußerste sich auf seiner Facebookseite ausführlich zu seinen beruflichen Zukunftsplänen.

Schuster sitzt seit elf Jahren für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim im Bundestag. Nun tritt er die Nachfolge des bisherigen BBK-Präsidenten Christoph Unger an, der nach Pannen beim bundesweiten Warntag Mitte September seinen Posten räumen muss.

"Schwerste Entscheidung in meinem Berufsleben"

 "Nach gut elf Jahren als Abgeordneter im Deutschen Bundestag übernehme ich voraussichtlich im November die Leitung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn", erklärt Schuster auf Facebook  - und nutzt die Gelegenheit, die innige Verbundenheit seinem angestammten Wahlkreis gegenüber zu bekunden . "Ich habe es immer als eine sehr ehrenvolle Aufgabe empfunden, den wunderbaren Wahlkreis Lörrach-Müllheim als direkt gewählter Abgeordneter in Berlin vertreten zu dürfen. Deshalb war es die schwerste Entscheidung in meinem Berufsleben, das Bundestagsmandat zu beenden und dem Ruf des Bundesinnenministers nach Bonn zu folgen. Ich habe sehr mit mir gerungen."

Die Reaktionen unter dem am Montagabend abgesetzten Facebookpost lassen darauf schließen, dass die hiesigen Wähler die Entscheidung durchaus respektieren und gutheißen: Zahlreiche Kommentatoren bekunden ihre Wertschätzung für Schusters Arbeit im Bundestag und ihr Bedauern über seinen Weggang, und kombinieren das mit Glückwünschen fürs neue Amt.

In seinem neuen Betätigungsfeld wolle er das Potential des BBK spürbar zur Geltung zu bringen. "Dieser Herausforderung konnte und wollte ich mich letztlich nicht entziehen."

Kreis-CDU braucht neuen Bunderstagskandidaten

Mit Blick auf die Zukunft des hiesigen Wahlkreises gibt Schuster sich verantwortungsbewusst und zugleich zuversichtlich: Entscheidend sei auch gewesen, dass die CDU bis zur nächsten Bundestagswahl noch ein Jahr lang Zeit hat, um einen geeigneten neuen Kandidaten zu finden. "Sonst hätte ich es definitiv nicht gemacht", beteuert Schuster.  Der Wahlkreis Lörrach-Müllheim sei für die CDU ein gut bestelltes Feld. "An Bewerbern für meine Nachfolge wird es sicher nicht mangeln".  

Erst vor knapp zweieinhalb Monaten hatten die Christdemokraten den 59-Jährigen, der ein Direktmandat hat, erneut als Kandidaten des Wahlkreises Lörrach-Müllheim für die kommende Bundestagswahl nominiert. Nun müssen sie einen neuen Kandidaten finden.  „Für den Wahlkreis ist das aber ein herber Verlust“, hält Tobias Benz, einer der stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Lörrach und Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen, auf Anfrage unserer Zeitung fest. 

Für Personaldiskussionen um einen Ersatzkandidaten sei es allerdings zu früh, so Benz: "Wie gesagt, wir müssen uns jetzt erst einmal zusammensetzen. Das kommt alles doch sehr überraschend für uns.“

Seit 2009 als Innenexperte zunehmend profiliert

Schuster hat die Innenpolitik Deutschlands seit 2009 als Mitglied im Innenausschuss des Bundestages maßgeblich mitgeprägt. Seit 2014 war er Obmann seiner Fraktion im Innenausschuss und zeitgleich Mitglied und seit fast drei Jahren Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums der Nachrichtendienste des Bundes. Darüber hinaus wirkte er in vier parlamentarischen Untersuchungsausschüssen zum NSU, zum Fall Edathy und zum Breitscheidplatz-Anschlag in Funktionen vom einfachen Mitglied bis zum Vorsitzenden mit. Im November 2018 war er als Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz im Gespräch.  

Auch nach seinem Umzug vom Berliner Bundestag ins Bonner BBK werde er zusammen mit seiner Frau "Weil am Rhein und dem Dreiländereck als unsere gewählte Heimat treu bleiben", verspricht Schuster.

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