Kreis Lörrach Berufstraining und Lebenshilfe

Stellen das neue Angebot für Langzeitarbeitslose vor (v.l.): Markus Amann vom Lörracher Jobcenter, Norbert Uttner (bbv-Geschäftsführer), Sonja Stürner, Tilman Rieder (Stabsstellenleiter Controlling & Koordination im Landratsamt Lörrach), Projektleiterin Heidi Rombach und Manfred Grupp, Geschäftsführer von „Arbeit für alle“. Foto: Michael Werndorff

Kreis Lörrach - Die Konjunktur im Dreiländereck floriert, Fachkräfte werden händeringend gesucht. Langzeitarbeitslose profitieren indes nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung. Hier setzen die Projekte „Stark in die Zukunft“ und „Fit für die Zukunft“ der bbv Akademie und der gGmbH Arbeit für alle (AfA) den Hebel an. Gestern fand die Auftaktveranstaltung in den Räumen der bbv Akademie in Lörrach statt.

„Regionales Bündnis gegen Langzeitarbeitslosigkeit“

Ziel des ehemals unter dem Namen „Regionales Bündnis gegen Langzeitarbeitslosigkeit“ bekannten Angebots ist es, die Chancen der Betroffenen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen. Gemeinsam mit dem heimischen Kreis soll ein Beitrag zur Beschäftigung, Qualifizierung und sozialen Integration von Menschen mit Vermittlungshemmnissen geleistet werden. Das geschieht in „Fit für die Zukunft“ unter anderem im handwerklichen Bereich (Metall, Elektro, Landschaft- und Gartenbau), aber auch in der Lagerlogistik, Gastronomie, Verkauf, im kaufmännischen Bereich und in der Hausmeisterarbeit, erklärte Projektbetreuerin Sonja Stürner.

Neu an der vom Europäischen Sozialfonds geförderten Maßnahme ist, dass das Schulungsprogramm „AktivA“ zur Entwicklung von Strategien zur Meisterung des Lebens gleich zum Auftakt der neunmonatigen Maßnahme einen wichtigen Schwerpunkt darstellt, wie bbv-Geschäftsführer Norbert Uttner im Gespräch mit unserer Zeitung sagte.

Module wurden angepasst

Zudem wurden die Module dahingehend angepasst, dass die tägliche Anwesenheitszeit langsam aber verbindlich bis zur individuellen Leistungsgrenze gesteigert wird. „Davon versprechen wir uns eine dauerhafte Stabilisierung der vom Jobcenter zugewiesenen Teilnehmer“, kommentierte Uttner die Neuerung. Für die insgesamt 50 Teilnehmer, die schon länger als zwei Jahre nicht mehr am geregelten Erwerbsleben teilnehmen, sei es wichtig, eine Tagesstruktur einzuüben. Nicht weniger wichtig sei eine enge sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmer, betonte Markus Amann vom Lörracher Jobcenter. Eine Facette dabei sei, die psychosozialen Probleme der Arbeitslosen, die mitunter viele Negativerfahrungen machen mussten, zu durchbrechen. So kann eine bessere Aktivierung der Langzeitarbeitslosen erreicht werden, war zu erfahren. Dass es sich um keine Massenmaßnahme handele, erklärte Tilman Rieder, Stabsstellenleiter Controlling & Koordination im Lörracher Landratsamt: „Das zeigt der hohe Betreuungsschlüssel – ein Schlüssel zum Erfolg.“ Die beiden gestarteten Maßnahmen bieten eine Mischung aus praktischen Arbeiten, regelmäßigen theoretischen Gruppenangeboten zu lebenspraktischen Themen sowie beruflichen Exkursionen.

Hilfe beim Aufbau eines Netzwerks

In einem weiteren Abschnitt erfolgt dann die Erprobung und Umsetzung des Gelernten bei Arbeitgebern und Trägern in Rahmen von Praktika.

Dass sich das Angebot bewährt habe, ließ Stürner nicht unerwähnt. Das Projekt hat nicht nur die geringste Fehlquote von Teilnehmern, etwa ein Viertel der Menschen würde auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen.

Die zweite Maßnahme „Stark in die Zukunft“ stellte AfA-Geschäftsführer Manfred Grupp vor. Hier stehen die hauswirtschaftlichen Berufe im Zentrum. Im Rahmen der Module wird den Teilnehmern unter anderem die Organisation von Familie und Beruf vermittelt. Dabei werden die Arbeitslosen beim Aufbau eines sozialen Netzwerks unterstützt, das laut Grupp in den sltensten Fällen vorhanden sei. Auch steht Erarbeitung eines Notfallplans bei Krankheit, Ferien und Unterrichtsausfall der Kinder auf dem Stundenplan, um so Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

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