Kreis Lörrach Bisherige Kenntnisse zusammenführen und Chancen aufzeigen

Michael Werndorff
Die Reaktivierung der Kandertalbahn ist nicht vom Tisch. Foto: pixabay

Der Kreis-Uweltausschuss empfiehlt die Erstellung eines Ingenieursberichts für das weitere Vorgehen zur Reaktivierung der Kandertalbahn.

Sowohl die Reaktivierung der Kandertalbahn als auch die der Wehratalbahn sind einer ersten Machbarkeitsstudie zufolge nicht wirtschaftlich. Das Institut SMA ist bei einer vereinfachten Berechnung des Nutzen-Kosten-Indikators für die Kandertalbahn lediglich auf einen Wert von 0,28 gekommen. Für eine angenommene Wirtschaftlichkeit und damit einhergehend auch die Förderfähigkeit des Projekts wäre jedoch ein Wert von eins oder höher erforderlich (wir berichteten). Jetzt hat sich der Kreis-Umweltausschuss bei einer Enthaltung von Grünen-Kreisrat Peter Schalajda für die Erstellung eines Ingenieursberichts zur Vorbereitung des weiteren Vorgehens ausgesprochen.

Memorandum vorgestellt

Zu Beginn der Sitzung stellte Peter Völker von der IG Kandertalbahn ein Memorandum vor, in dem die Vertreter die Übernahme der Betriebskosten der Kandertalbahn durch das Land als SPNV-Aufgabenträger und Aufnahme in die ersten 100 Kilometer reaktivierter Strecken beantragen. Laut Völker wisse man von „Insidern“ des Verkehrsministeriums, dass dieser Antrag ein positives Echo haben würde. Es werde auch kein Ober-Gutachten gefordert, wohl aber eine Kosten-Nutzen-Berechnung nach dem standardisierten Verfahren. Ergänzend zur Empfehlung für den Ingenieurbericht soll die Verwaltung nach dem Willen des Gremiums den Verkehrsminister anschreiben und um Stellungnahme zum Memorandum bitten.

Mit den Ergebnissen aus der Verkehrs- und der Machbarkeitsstudie sowie der Studie der Fa. Otimon liegen neben den in der AG-Sitzung herausgearbeiteten offenen Fragen insbesondere auch viele Erkenntnisse vor, die es aufzuarbeiten und in den weiteren Prozess sinnvoll einzuordnen gilt, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Und weiter: Eine weitere Chance ergibt sich aus den neuen Regeln zur standardisierten Bewertung 2016+ von Juli 2022. Die Anwendung der in weiten Teilen neuen Bewertungssystematik lasse auf eine Verbesserung des Ergebnisses hoffen. Beispielhaft stehe hierfür eine stärkere Berücksichtigung von Faktoren wir der CO2-Einsparung, heißt es weiter.

Zielgerichtet vorgehen

Der gewünschte Ingenieursbericht soll dazu dienen, zielgerichtet vorzugehen und weitere Untersuchungen sinnvoll beauftragen zu können. Dabei gehe es unter anderem darum, alle vorhandenen Erkenntnisse zu nutzen sowie Chancen und Risiken darzustellen.

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