Kreis Lörrach Blaue Tonne wird gebührenpflichtig

Für die bisher kostenlos angebotene Papiertonne wird eine Gebühr erhoben. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach (wer). Die Blaue Tonne zur Entsorgung von Papier, Pappe und Kartonage wird gebührenpflichtig. Im Februar wurde bekannt, dass die Bürger zukünftig zur Kasse gebeten werden sollen. Der Grund: Das Geschäft mit dem Altpapier läuft schlecht. Der Altpapierpreis ist mittlerweile so stark gesunken, dass die Entsorger ab 2020 einen Kostenbeitrag für die Blaue Tonne erheben müssen.

„Die Lage auf dem Absatzmarkt für Papier, Pappe und Kartonage ist sehr angespannt. Das ist ein branchenweites Problem“, erklärte im Februar Remondis-Pressesprecher Michael Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung. Er verwies auf verschärfte Importbeschränkungen seitens China. So gebe es in Europa einen Stau auf dem Absatzmarkt, weshalb das Unternehmen die Sammlung, den Transport und die Altpapierverwertung nicht mehr kostendeckend betreiben könne. Zudem stünde die Einführung von Gebühren deutschlandweit auf der Agenda, betonte Schneider.

Wichtiger Rohstoff

Er hofft, dass die Bürger trotz der Gebührenerhebung am Angebot der Papiertonne festhalten werden. Denn: „Altpapier ist ein wichtiger Rohstoff, wenn es darum geht, Klima und Umwelt zu schützen.“

Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft hat dieser Tage die Bürger im Kreis Lörrach angeschrieben und sie über die Gebühr für die Blaue Tonne informiert. Teil des Schreibens war auch eine Bankeinzugsermächtigung von Remondis beziehungsweise Kühl. Beide Unternehmen betreiben die Abholung der Papiertonne weiterhin koordiniert: Remondis leert seit dem Jahr 2017 rund um Schopfheim die Blauen Tonnen im südöstlichen Teil des Landkreises.

2008 eingeführt

Darunter fallen im Süden die Stadt Rheinfelden, im Westen Steinen sowie im nordöstlichen Bereich die Stadt Zell. Damals übergab Remondis im restlichen Teil des Landkreises die Tonnen an Kühl. Dieser Entsorger kümmert sich um ein Gebiet, das im Süden bis Grenzach-Wyhlen, im Norden über Efringen-Kirchen bis Schliengen und im Nordosten bis Todtnau reicht, bestätigte Schneider. Auch Weil am Rhein, Lörrach, Kandern und Schönau werden von Kühl angefahren. Eingeführt wurde der Service im Jahr 2008.

Der Landkreis hat im Jahr 2014 versucht, eine kommunale Blaue Tonne einzuführen. Es fand sich jedoch kein Anbieter für die Verteilung und Abfuhr der Gefäße, wie es im Schreiben an die Bürger heißt.

Bürger hat die Wahl

Und weiter: „Die Einführung einer Blauen Tonne zum jetzigen Zeitpunkt wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Mangels entsprechender Einnahmen über den Verkauf des Papiers müssten die Kosten wie bei anderen Abfällen auch über die Gebühr erhoben werden. Laut Eigenbetrieb Abfallwirtschaft würde die Gebührenerhöhung für den Nutzer zu vergleichbaren Kosten führen wie die privatwirtschaftliche Blaue Tonne.

Bürger aus dem Landkreis Lörrach, die diese kostenpflichtige privatwirtschaftliche Leistung nicht in Anspruch nehmen wollen, können ihr Altpapier weiterhin kostenfrei auf den Recyclinghöfen oder über Vereinssammlungen entsorgen, erklärt Anna Sebastian vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. Dieser macht darauf aufmerksam, dass man das sortenreine, hochwertige Papier wie Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge dem Verein in der Nachbarschaft überlassen sollte. Damit könnten die Bürger die regionale Vereinsarbeit unterstützen.

Für die Blaue Tonne müssen die Bürger, sollten sie das Angebot weiterhin nutzen wollen, zahlen: Das Unternehmen Kühl erhebt eine Jahresgebühr in Höhe von 38,49 Euro per Bankeinzug (ohne Bankeinzug 46,99 Euro). Bei Remondis kostet die Blaue Tonne 37 Euro, ohne Einzug 44 Euro. Die Gebühr umfasst 13 Leerungen, wie Kühl mitteilte. Wer sich nun registriert, erhält eine Gebührenmarke, die auf die Tonne geklebt wird. Tonnen ohne Marke werden laut Kühl ab August nicht mehr geleert.

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