Kreis Lörrach. Die berufsvorbereitende Einrichtung (BVE), bisher eine kooperative Einrichtung des Landkreises Lörrach und des St. Josefshauses Herten, geht jetzt ganz in die Trägerschaft des Landkreises über. Der Grund ist die schulrechtliche Situation, die eine Neuverhandlung des Kooperationsvertrags zwischen dem Landkreis und dem St. Josefshaus notwendig macht, wie es in einer Mitteilung von gestern heißt. Der Landkreis und das Staatliche Schulamt wollen mit seinen Einrichtungen die berufliche Inklusion zentral steuern.

Die BVE ist mittlerweile landesweit zu einem Erfolgsmodell geworden, das Jugendlichen mit kognitiven Einschränkungen den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht. Als eine der ersten Einrichtungen in Baden-Württemberg ging die BVE in Lörrach im Jahr 2007 in alleiniger Trägerschaft des St. Josefshauses an den Start, das von Beginn an für eine kontinuierliche konzeptionelle Entwicklung stand. In der Folge wurde auch an der Helen-Keller-Schule Maulburg seitens des Landkreises eine BVE eröffnet. Durch die Schaffung vieler Praktikumsplätze, die Gründung einer Schülerfirma und eine gezielte individuelle Lernförderung konnte vielen Jugendlichen eine Berufsperspektive ermöglicht werden.

In einem gemeinsamen Gespräch sprach die Landrätin Marion Dammann dem St. Josefshaus und im Besonderen Thomas Mürle als Leiter der BVE und Konrektor der Karl-Rolfus-Schule ihren Dank für die hervorragend geleistete Arbeit aus. Sie führte weiterhin aus, dass die neuen schulrechtlichen Regelungen nur eine alleinige Trägerschaft des Landkreises als Schulträger der Helen-Keller-Schule sowie der Beruflichen Schulen zulassen.

Leitender Schulamtsdirektor Hans-Joachim Friedemann sagte, die fachliche Messlatte hänge hoch. Zuversichtlich waren aber alle, dass der Standard zu halten sei. Aus dem Gespräch ging auch hervor, dass die Räume und Ausstattungen vom St. Josefshaus an den Landkreis übergeben werden, sodass sich für die Teilnehmer eine hohe Kontinuität ergibt.

„Da wir so viel Herzblut in den Aufbau dieser Einrichtung gesteckt haben, bedauern wir natürlich die Entscheidung des Landkreises, haben aber Verständnis dafür, da die berufliche Inklusion auch ein zentrales Thema des Kreises ist und rechtlich keine sinnvollen Alternativen zu finden waren“, lässt sich Birgit Ackermann, Vorstandsmitglied des St. Josefshauses, zitieren.