Kreis Lörrach Corona als Brandbeschleuniger auf dem Arbeitsmarkt

 Foto: sba/dpa/Felix Kästle

Kreis Lörrach -  Die Auswirkungen der Pandemie haben den regionalen Arbeitsmarkt mit voller Wucht getroffen. Gegenüber März gingen zum Stichtag 30. Juni 2020 2.134 weniger Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach; im Vergleich zum Vorjahr sind es sogar 2.217 weniger. Das geht aus Daten zur Beschäftigung hervor,  die von der Arbeitsagentur mit Abstand von einem halben Jahr validiert und veröffentlicht  werden. 

Corona als Brandbeschleuniger 

Horst Eckert, Leiter der Lörracher Arbeitsagentur begründet diesen Rückgang der Beschäftigung nicht nur mit den Auswirkungen der Pandemie: „Wir nehmen bereits seit 2019 eine Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt wahr. Da gab es noch keine Pandemie, aber durchaus eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt.“

Durchaus verwöhnt von den jahrelang steigenden Beschäftigungszahlen, stagnierten die Zahlen bereits erstmals 2019 zwischen dem Frühlings- und Sommerquartal, gingen sogar um 0,1 Prozentpunkte zurück. Zu diesen strukturellen und konjunkturellen Schwächephasen kam im Frühling die weltweit grassierende Pandemie dazu.

47 Prozent weniger neu begonnene Beschäftigungsverhältnisse seit März

Im 2. Quartal 2020. wurden über 2.400 Beschäftigungsverhältnisse weniger geschlossen als noch im 1.Quartal.  Bis auf wenige Ausnahmen, wie die Land- und Forstwirtschaft, sowie Wach-und Sicherheitsdienstleistungen, seeien alle Branchen betroffen. Eine Konzentration nehme man den Bereichen wahr, die besonders vom Lockdown des 2. Quartals betroffen waren. Dazu zählen Handel, Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen, wie z.B. Friseure und Kosmetikstudios,“ so Eckert.

Kurzarbeit bewahrt Arbeitsmarkt vor Kollaps

Die starke Inanspruchnahme von Kurzarbeit habe laut Eckert neben den Soforthilfen wesentlich dazu beigetragen, den Arbeitsmarkt vor dem Kollabieren zu retten und Arbeitslosigkeit im großen Stil verhindert. Dennoch Eckert auch im Dreiländereck eine große Betroffenheit. „Da muss man ehrlich sein, nicht für jedes Unternehmen ist die Kurzarbeit rettend, nicht jeder Betrieb kann Soforthilfen in Anspruch nehmen. Und wer stellt schon gerne Personal ein, wenn er nicht genau weiß, wie es die nächsten Monate wirtschaftlich weitergehen wird". 

Zum Stichwort Kurzarbeit gibt die Arbeitsagentur einen wichtigen Hinweis an die Betrieben:  Sie müssen beachten, dass bei Unterbrechungen des Leistungsbezugs von mindestens drei zusammenhängenden Monaten der bisherige Anspruch auf Kurzarbeitergeld endet. Dies gilt auch, wenn die Kurzarbeit ursprünglich für einen längeren Zeitraum bewilligt wurde.

In diesen Fällen müssen die Voraussetzungen neu nachgewiesen und Kurzarbeit fristgerecht innerhalb des ersten Monats angezeigt werden.  Liegen die Voraussetzungen erneut vor, wird die Bezugsdauer ebenfalls neu festgelegt, teilt die Agentur mit.

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