Kreis Lörrach „Corona hat uns fest im Griff“

Hygienemaßnahmen sind nicht nur in den Kreiskliniken von elementarer Bedeutung. Vor dem Hintergrund der Coronapandemie sind die Bürger angehalten, empfohlene Schutzmaßnahmen einzuhalten. Foto: Archiv

Kreis Lörrach - Die Kreiskliniken befinden sich mit Blick auf die weiter steigenden Infektionszahlen in Habachtstellung. Das sagte Bernhard Hoch, Geschäftsführer Medizin, gestern im Rahmen eines Pressegesprächs. Die Zeit nach der ersten Corona-Welle habe man genutzt, um sich für die weitere Entwicklung zu wappnen.

Derzeit werden acht Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, von denen aber niemand beatmet werden muss. Die Lage könne sich aber angesichts steigender Infektionszahlen bald ändern, appellierte Hoch an die Bevölkerung, nicht müde zu werden, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Seien momentan eher jüngere Menschen von einer Infektion betroffen, würden ältere allmählich nachziehen.

Schutzmaßnahmen

Die „AHA-L-Formel“ sei effektiv: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen. Zudem helfe regelmäßiges Lüften, das Infektionsrisiko zu reduzieren. Vermieden werden sollten die drei Gs: geschlossene Räume, Gruppen und Gespräche.

„Corona hat uns fest im Griff, aber jeder Bürger kann dazu beitragen, uns dabei zu unterstützen, unseren Versorgungsauftrag zu erfüllen.“ Und das betreffe nicht nur Covid-19, sondern ein breites medizinisches Spektrum. Jeder Mensch müsse sein Handeln in der Pandemie überprüfen. „Prävention ist das A und O“, lautete seine Botschaft. Er beobachte eine nachlassende Wachsamkeit und Solidarität. Auf die Coronademos angesprochen, meinte Hoch: „Das Verhalten ist unverantwortlich, und zwar sich selbst und anderen Menschen gegenüber.“

Vorrat aufgestockt

Während der ersten Corona-Welle stand insbesondere die Versorgung mit Schutzausrüstung für das medizinische Personal im Fokus, erinnerte Marco Clobes, Geschäftsführer Verwaltung & Service. Die vergangenen Wochen und Monate hätten die Kreiskliniken genutzt, das Lager aufzufüllen. Nun halte man einen Vorrat für acht bis zehn Wochen vor. „Wir sind besser ausgestattet und aufgestellt als zuvor“, machte Clobes deutlich.

Zudem berichtete er von einer höheren Liefersicherheit. Darüber hinaus erwarten die Kreiskliniken die Lieferung 17 weiterer Beatmungsgeräte, wie weiter zu erfahren war. Um größere Reserven zu haben, wurde ein zweiter Sauerstofftank installiert.

Mitarbeiter im Blick

Mitarbeiter aus dem Bereich Pflege seien im Umgang mit Beatmungsgeräten geschult worden, ergänzte Hoch. Und weiter: „Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut, wir brauchen sie zu 100 Prozent.“

Vor diesem Hintergrund wurde jetzt ein „Coronainfektionscontrollcenter“ eingerichtet, über das die Kreiskliniken nächste Woche informieren wollen. Weitere Maßnahmen umfassen die Ausstattung der Mitarbeiter mit FFP2-Schutzmasken, das Verbot von Dienstreisen, die Reaktivierung des Krisenstabs und der Kauf von CO 2-Ampeln, die anzeigen, wann ein Raum gelüftet werden muss.

Eskalationskonzept

Sollte sich die Lage in den Kreiskliniken verschärfen, orientiere man sich an einem Eskalationskonzept. „Wir können entsprechend reagieren und Mitarbeiter-Kapazitäten umschichten“, erklärte Clobes. Die Situation, in der Intensivbetten und Ressourcen knapp würden, wolle man vermeiden.

Voll leistungsfähig

Derzeit sei die Leistungsfähigkeit der Kliniken nicht eingeschränkt, sagte Hoch auf Nachfrage. Es gebe auch noch keine Weisung, planbare operative Eingriffe und Behandlungen zu verschieben. Auch seien Patientenbesuche in den Kreiskliniken weiterhin möglich.

Das Coronavirus sorgt für Aufwand im Klinikalltag: Verdachtspatienten müssten bis zum Testergebnis in Einzelzimmern isoliert werden. Hinzu komme die Vollschutzausrüstung für das medizinische Personal, hieß es weiter. „Bisher hatten wir viele Verdachtsfälle, nicht jeder Patient sei letztlich positiv getestet worden, bilanzierte der Geschäftsführer Medizin. Er appellierte an die Bürger, nicht mit Bagatellen die Notaufnahme aufzusuchen. „So können wir uns um jene Patienten kümmern, die sich in einer wirklichen Notsituation befinden.“ Und in solch eine Lage könne jeder geraten.

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