Kreis Lörrach CULT vor ungewisser Zukunft

Michael Werndorff

Kreis Lörrach - Die Job- und Bildungsmesse CULT ist abgesagt worden. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dürfen im Landkreis Lörrach keine Großveranstaltungen mehr stattfinden (wir berichteten). Organisator Markus Hug erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Messe zum jetzigen Zeitpunkt vor einer ungewissen Zukunft stehe. Derweil soll die Messe-App optimiert werden, um trotz der Absage einen Mehrwert für Aussteller und Publikum zu schaffen.

Die Betroffenheit bei Hug ist groß: „Wir haben ein ganzes Jahr lang wieder viel Herzblut in die Vorbereitung der Messe investiert und hatten große Unternehmen mit im Boot.“ Zudem verzeichneten die Messemacher eine Rekordzahl bei den angemeldeten Schülern. „Nun sehen wir unsere Existenz in Gefahr“, beschreibt er den Ernst der Lage, welche auch die Regio-Messe erfährt.

Zukunft von CULT und Regio-Messe hängen zusammen

Über die finanziellen Auswirkungen und die Zukunft der CULT könne Hug bis dato aber noch keine abschließende Aussage treffen, verweist er auf die mitgenutzte Hallen-Infrastruktur. „Unsere Zukunft hängt von jener der Regio-Messe ab.“ Man sei wirtschaftlich nicht in der Lage, eine 3000 Quadratmeter große Halle hinzustellen, die es zur Durchführung der CULT brauche. Auch gebe es keinen alternativen Standort.

Während die Organisatoren der Regio-Messe die Art und Weise der Anordnung der Stadt Lörrach kritisch hinterfragten, erklärt Hug: „Ich bin über den ersten Schock hinweg, für die Stadt und das Landratsamt war es wohl auch keine einfache Situation.“ Er wolle den Behörden keine Vorwürfe machen, verweist er auf höhere Gewalt. Die Sachlage sei klar gewesen. „Wir haben zum Wohle der Aussteller und Besucher gehandelt. Hätten wir entgegen der Empfehlung des Landratsamts, Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern abzusagen, die CULT durchgeführt und wäre es zu Infektionen gekommen, dann hätte ich neben der Enttäuschung ein viel größeres Problem“, so Hug.

Nachdem er die Öffentlichkeit über die Absage informiert hatte, habe man umgehend von gut einem Drittel der Aussteller positive Rückmeldungen erhalten. „Sie hoffen, dass es 2021 wieder eine CULT geben wird“, sagt Hug.

Virtuelle Messe per App

Die Unternehmen hätten ihre Teilnahme bereits angekündigt. Es müsste sich an der Situation schon etwas Grundlegendes ändern, dass die Betriebe im nächsten Jahr nicht mehr mit von der Partie sein würden, zeigt sich Hug optimistisch.

Zunächst müsse man aber erst einmal die finanzielle Lage und die mögliche Durchführung klären. So gehe es darum, für alle Beteiligten eine gute und wirtschaftlich machbare Lösung zu finden.

Trotz Absage der CULT will Hug prüfen, einen Mehrwert für Aussteller und Publikum zu schaffen, und zwar mit der Messe-App. „Ein Marktplatz der Angebote im Rahmen einer virtuellen Messe“, umschreibt er sein Vorhaben. Sollte die Idee umsetzbar sein, will man die Zielgruppen demnächst informieren.

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