Kreis Lörrach Damit der Klimaschutz gelingt

In der Solarenergie liegt großes Potenzial, die vom Landkreis gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Der Landkreis Lörrach will seinen Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2050 um mindestens 74 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2012 senken. Mit einem 79 Maßnahmen umfassenden Handlungspaket im Rahmen des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts soll das Ziel erreicht werden. Im Fokus steht die Solarenergie, wie im jüngsten Umweltausschuss deutlich wurde.

Kreis Lörrach. Der Ausbau solarer Stromerzeugung im Privatsektor, die Ausstattung von Dachflächen mit Photovoltaikanlagen (PV), eine regionale PV-Börse und die Nutzbarmachung von Freiflächen für die Erzeugung von Solarenergie sind vier wichtige Maßnahmen, für deren schnelle Umsetzung der Kreistag Ende vergangenen Jahres grünes Licht gegeben hat. Das sagte Inga Nietz vom Lörracher Landratsamt in ihrem Sachstandsbericht zur Umsetzung des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes, das 2018 beschlossen wurde.

Die Solar- besitzt neben der Windenergie das größte Ausbaupotenzial der erneuerbaren Energien im Landkreis Lörrach. Die vier prioritär umzusetzenden Maßnahmen seien Teil eines 55 Punkte umfassenden Pakets, das im noch zu beschließenden energiepolitischen Arbeitsprogramm (EPAP) verankert werden solle.

Um die Umsetzung möglichst schnell und koordiniert gestalten zu können, hat die Verwaltung alle PV-Projekte in einer Initiative gebündelt, in deren Rahmen der Kreis nun den „Wettbewerb 365-Dächer“ zum PV-Ausbau initiiert.

Startschuss am 14. Oktober

Als Startschuss am 14. Oktober für den ersten Zyklus mit derzeit 13 Städten und Gemeinden, die mehr als die Hälfte der Landkreisbevölkerung repräsentieren, soll es eine Auftaktveranstaltung unter der Leitung von Landrätin Marion Dammann geben. So sollen Gemeinden mit dem höchsten Zubau an PV-Dachflächen und der höchsten Gesamtleistung pro Einwohner ausgezeichnet werden, erklärte Nietz.

Was die kreiseigenen Liegenschaften betrifft, geht die Verwaltung mit guten Vorbild voran. So wurden auf den Dächern der kaufmännischen Schule Lörrach, der Gewerbeschule Rheinfelden und dem Pflegeheim in Weil am Rhein PV-Anlagen installiert – weitere sind auf der Helen-Keller-Schule in Maulburg geplant, wofür bereits Mittel im Kreishaushalt eingeplant wurden.

Die regionale PV-Börse befindet sich laut Nietz noch im Aufbau. Hier sollen Eigentümer von Dächern und Flächen mit möglichen Investoren zusammengebracht werden, wie weiter zu erfahren war. Schließlich sollen auch Potenziale von Freiflächen im Kreis Lörrach ausgelotet werden.

Besitzer werden kontaktiert

Ein Konzept zur Nutzung von Altlastenflächen sei bereits erarbeitet worden, und um den Prozess zu beschleunigen, habe der Kreis die Besitzer vielversprechender Konversionsflächen kontaktiert und sie auf die Möglichkeit der PV-Nutzung aufmerksam gemacht. Außerdem untersuche die Verwaltung nach sogenannten landwirtschaftlich benachteiligten Flächen, sagte Nietz weiter.

Kommentare der Kreisräte

„Der Landkreis hat schon viel unternommen. Das ist der Maßstab, den wir auch in anderen Bereichen sehen wollen“, kommentierte CDU-Kreisrätin Gudrun Heute-Bluhm die PV-Projekte. Klar sei auch, „dass wir alle noch mehr tun müssen und die Botschaft bei den Bürgern ankommen muss.“ Peter Schalajda (Grüne) merkte an, dass ihm noch Anlagen am geplanten Bau 2 des Landratsamts und den neuen Pflegeheimen in Schliengen und Hausen fehlten. Außerdem verwies er auf die Bundespolitik: Oft sei man von den in Berlin festgelegten Rahmenbedingungen abhängig, monierte er die Senkung der Einspeisevergütung von Solarstrom. Dass man bei dem Bau von PV-Anlagen in der Landschaft auf Interessenkonflikte mit dem Tourismussektor stoßen könnte, meinte SPD-Fraktionschef Klaus Eberhardt: „Bei der Photovoltaiktechnik werden wir nicht nur auf Gegenliebe stoßen.“ Für ihn sei die Hauptstoßrichtung der PV-Ausbau auf Gewerbedachflächen. „Wir müssen in das Dachflächenmanagement einsteigen – hier kann auch ein vielversprechender Ertrag erwartet werden“, befand der SPD-Chef.

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