Kreis Lörrach Damit die Digitalisierung gelingt

Die Oberbadische
Das Thema der Digitalisierung stellt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eine große Herausforderung dar. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Während große Unternehmen in Sachen Digitalisierung bereits gut aufgestellt sind, gibt es vor allem bei den kleinen mittelständigen Betrieben noch viele offene Fragen und Handlungsbedarf. Damit die digitale Transformation gelingen kann, wird ab Anfang kommenden Jahres ein Digitalisierungszentrum mit Sitz in Lörrach als Ansprechpartner für die Wirtschaft in den Kreisen Lörrach und Waldshut zur Verfügung stehen.

Von Michael Werndorff

Kreis Lörrach. Mit dem Lörracher Innocel Innovations-Center wird die Lerchenstadt neben Freiburg, Offenburg und Breisach zu einem von vier Standorten des „Digi Hub Südbaden“, wie Landrätin Marion Dammann am Dienstag in einem gemeinsamen Pressegespräch der Partner der geplanten Anlauf- und Beratungsstelle sagte. Sie zeigte sich glücklich darüber, dass das Konsortium den Zuschlag vom Land erhielt, welches die Beratungsstelle mit einer Million Euro über drei Jahre bei einer gesamten Projektlaufzeit von fünf Jahren fördern wird. Die Projektpartner des Hubs sind verpflichtet, den Betrag in derselben Höhe aufzustocken.

Dammann betonte, dass die Digitalisierung nicht nur in den ländlichen Raum gebracht werden müsse, der Bedarf für ein derartiges Angebot sei auch in Städten gegeben. Viele kleine Unternehmen würden sich immer noch in der digitalen Steinzeit befinden. „Wir müssen die Digitalisierung in die Fläche bringen, damit Betriebe wettbewerbsfähig bleiben“, kommentierte der Waldshuter Landrat Martin Kistler das Vorhaben. Dass mit dem Innocel, in dem dank des Fördergelds eigens eine halbe Stelle finanziert werden kann, der perfekte Ort gefunden wurde, erklärte Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz.

„Das Innocel ist für beide Kreise eine eingeführte Größe, und bei den angesiedelten Themen gibt es große Schnittmengen.“

Alexander Maas, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest (WSW), der in den vergangenen Monaten viele Partner mit ins Boot geholt hat, um das zukünftige Digitalisierungszentrum möglichst breit aufzustellen, sieht in der Anerkennung des gemeinschaftlichen Projekts durch das Ministerium einen großen Erfolg: „Das wird die Digitalisierung in unseren beiden Landkreisen voranbringen.“

Der „Digi Hub Südbaden“ –eingebunden in ein großes Netzwerk – soll handfeste Hilfe in Digitalisierungsfragen bieten, wie Marion Ziegler-Jung, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Lörrach, anhand konkreter Beispiele im Handel deutlich machte, wo sich zum Beispiel mit dem Einsatz von RFID-Chips in der Kundenberatung vieles ändern werde. Die Anlaufstelle soll Betrieben wie dem Handel Umsetzungspfade in die digitale Transformation aufmachen, denn insbesondere für kleine Unternehmen gebe es viele Ansatzpunkte, wo sie nachziehen könnten, machte Maas deutlich. Wie die Landrätin sagte, sollen Veranstaltungen aktiv angeboten werden. „Wir müssen das Themenfeld kompetent abdecken, und zwar kreisübergreifend.“ Bei dieser Aufgabe steht die WSW nicht alleine dar. Neben der Stadt Lörrach und den beiden Landkreisen sind auch die zuständigen Handwerkskammern Freiburg und Konstanz, die IHK-Hochrhein-Bodensee und viele Unternehmen und Institutionen mit im Boot. Entwickelt wurde die Projekt-Idee von einem Konsortium rund um den Freiburger Verein „Klimapartner Oberrhein“, der den Antrag beim Ministerium gestellt hatte. Nach der Prämierung kann nun der eigentliche Projektantrag eingereicht werden.

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