Kreis Lörrach Damit die Förderung gelingt

Die Oberbadische
Haben die Bedürfnisse der Wirtschaft im Blick: Alexander Maas (Geschäftsführer der WSW), Referent Josef Rother (Geschäftsführer der Gefak),Landrätin Marion Dammann, und Laura Berchtold (Wirtschaftsbeauftragte Landkreis Lörrach). Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Was erwarten ansässige Unternehmen von ihrem Standort? Welche Anforderungen haben sie und welchen Herausforderungen stehen sie gegenüber? Diese Fragen standen jetzt bei den Wirtschaftsgesprächen im Landratsamt im Mittelpunkt.

Kreis Lörrach. Die Wirtschaftsregion Südwest (WSW) hatte gemeinsam mit dem Landratsamt Lörrach Unternehmensvertreter aus der Region eingeladen, um die Ergebnisse der neuesten WSW-Unternehmensbefragung zu präsentieren. Mit der nicht anonymisierten Umfrage liegt der WSW nun erstmals umfassendes Datenmaterial über die Situation zahlreicher Unternehmen im Landkreis vor, wie das Landratsamt mitteilte.

Die Unternehmen im Landkreis seien größtenteils zufrieden mit dem Wirtschaftsstandort und würden positiv in die Zukunft blicken, sagte Josef Rother von der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (Gefak), welche die Umfrage im Auftrag der WSW durchführte. Laut Studie liegen die Stärken vor allem in der Nähe zur Schweiz, der landschaftlichen Lage und dem daraus folgenden positiven Image der Region. Doch diese Vorteile gehen zugleich mit erheblichen Herausforderungen einher: Fachkräftemangel, Breitbandausbau und Flächenbedarf für Gewerbe, Industrie und Wohnungsbau. Die Problemfelder sind nicht neu.

Für die WSW ermöglicht die nicht anonymisierte Befragung nun allerdings, betroffene Firmen genau zu identifizieren und zu analysieren, was sie von der Wirtschaftsförderung erwarten. So können Unternehmen vor Ort persönlich angesprochen und Maßnahmen gemeinsam mit anderen Akteuren wie den Kammern oder der Arbeitsagentur gezielt umgesetzt werden. Ziel ist, die Angebote der WSW noch passgenauer zuzuschneiden und künftige Projekte und Aktivitäten noch besser planen zu können.

Landrätin Marion Dammann unterstrich bei der Vorstellung der Umfrage, dass Wirtschaft und Verwaltung bei dem Problem der Fachkräftesicherung „in einem Boot“ säßen: „Als Arbeitgeber von 3000 Menschen ist der Landkreis ebenso wie die Wirtschaft vom Fachkräftemangel betroffen.“

Die Befragung zeige allerdings, so Dammann weiter, dass bereits existierende Angebote wie das Fachkräfteportal SW-Plus noch bekannter gemacht werden müssten. Auch mit Blick auf das Thema Wohnungsmangel und fehlende Gewerbeflächen machte sie deutlich, dass es auf viele dringenden Fragen „keine einfache Antworten“ gäbe. Alexander Maas, Geschäftsführer der WSW, sieht daher in den Ergebnissen der Unternehmensbefragung erst den Anfang eines langen Prozesses, um die Wirtschaftsregion zu stärken. „Wir haben hier die Grundlage für unsere zukünftige Wirtschaftsförderung geschaffen, deren Erfolg maßgeblich von der Kooperation aller relevanten Akteure abhängt“.

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