Kreis Lörrach ÖPNV-Nachfrage soll weiter steigen

Eine Vergünstigung der ÖPNV-Tarife ist laut Landratsamt ein probates Mittel, um Fahrgastzahlen zu steigern.Foto: Denis Bozbag Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach - Der Bedarf für ein gut ausgebautes und günstiges ÖPNV-Streckennetz, insbesondere für das der S-Bahn, steigt im Landkreis kontinuierlich. Eine preiswerte Tarifgestaltung hält Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler für diskussionswürdig, sieht die RVL- Ticketpreise im Vergleich zu anderen Anbietern zugleich aber als günstig an.

Ziel: ÖPNV attraktiver gestalten

Es ist ein erklärtes Ziel von Bund, Land und Kommunen, angesichts der steigenden Nutzerzahlen den ÖPNV attraktiver zu gestalten. Immer mehr Menschen fahren auch im Landkreis Lörrach mit der S-Bahn. Während die 33 kreisweiten Bahnhöfe und -stationen vor zehn Jahren noch rund 27 000 Reisende transportierten, waren es 2019 bereits mehr als 58 000. Das entspricht einem Zuwachs von 115 Prozent.

Diese Daten gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage zu den Fahrgastzahlen in Baden-Württemberg hervor (wir berichteten).

Damit die Nutzung und Attraktivität der regionalen ÖPNV-Angebote weiter gesteigert werden könne, sei auch eine gut überlegte Tarifpolitik ein wichtiger Faktor, meinte Hoehler während des Jahresrückblickgesprächs im Dezember. „Dieses Thema lässt sich diskutieren“, erklärte der im Landratsamt mit den Mobilitätsfragen betraute Dezernent.

Kostenaspekt weiter im Blick behalten

Trotzdem solle man hinsichtlich der eingegangenen Anträge ais den Kreisfraktionen nicht nur einseitig auf eine Vergünstigung der Tarife pochen, sondern müsse vielmehr auch den Kostenaspekt weiter im Blick behalten. Der öffentliche Nahverkehr werde bereits von der öffentlichen Hand deutlich bezuschusst und wirtschafte nicht nur über seine Tarifeinnahmen.

Die Fahrkartenpreise deckten die laufenden und geplanten Ausgaben und Investitionen nur teilweise. „Noch günstigere Tarife zu wünschen, dazu braucht es politische Beschlüsse“, betonte Hoehler. Der Regio Verkehrsverbund Lörrach ist seiner Ansicht nach im Vergleich mit anderen Verbünden aber immer noch preiswert.

Mit Sorge blickt er indes auf die entgangenen Einnahmen aus dem Corona-Jahr 2020, in dem viele Bürger lieber ins eigene Auto gestiegen sind, aus Angst, sich anstecken zu können. „Dieser Absturz auf der Einnahmeseite des ÖPNV aufgrund Corona, der wird im Januar nicht anders sein.“

Handlungsbedarf bei S-Bahnprojekten von Wiesental- und Gartenbahn

Trotzdem gelte es durch den Ausbau der Angebote die Mobilität weiter attraktiv zu gestalten – trotz der Dellen. Handlungsbedarf sieht Hoehler vor allem bei den S-Bahnprojekten der Wiesental- und Gartenbahn. „Dies ist ein immenser Kraftakt für den Landkreis und für die Kommunen von Weil am Rhein über Lörrach bis Zell im Wiesental. Wir wollen mit einem Haltepunkt den Gesundheitscampus Lörrach ans S-Bahnnetz anschließen, eine Taktverdichtung anstreben und die S 5 bis Schopfheim fahren lassen.

Auch der Busverkehr solle weiter gebündelt und durch zusätzliche Angebote wettbewerbsfähig bleiben, führte Hoehler aus.

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